Gemeindezentrum Schalom Denkmalgeschütztes Haus braucht Unterstützung


Der erste Blick zeigt sofort: hier ist noch eine Menge zu tun. Das Gemeindezentrum „Schalom“ wurde 1974 erbaut, heute muss es dringend saniert werden. Das Gebäude wurde als Kirche ohne Turm, Glocke und Altar, ohne Orgel und Kirchenbänke gebaut, dafür mit bequemen Sesseln und durch große Fenster von außen einsehbar – gedacht war es eher als Diskussionsforum denn als klassischer Kirchraum. Gemeinde und Kirchenkreis haben bereits mehr als 3 Millionen Euro investiert.

Für den Innenausbau fehlen noch rund 1,2 Millionen Euro. Bei der evangelischen Kirche hofft man auf Unterstützung durch die Politik. Auch deshalb besuchte jetzt der CDU Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann das Gemeindezentrum, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Als Abgeordneter für Segeberg und Storman-Nord gehört Norderstedt zu seinem Gebiet.

„Im Oktober sind wieder Haushaltsverhandlungen, da kann man sich noch einmal zusammensetzen und über Mittel sprechen. Maximal wären bei einem solchen Projekt 500.000 Euro möglich, der Rest müsste aus anderen Mitteln kommen“, so Storjohann nach dem Rundgang.

„Ich glaube, wenn wir hier das richtige Konzept finden für dieses Haus, ein Konzept für die Stadt Norderstedt, die von diesem Gebäude profitieren soll, wenn es fertig ist, dann werden wir auch die nötige Unterstützung bekommen“, erklärte Karl-Heinrich Melzer, Propst im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein.

Neue Ideen in den 70ern

Im Gegensatz zu anderen Kirchen in Norderstedt wurde das bewusst moderne, architektonisch an Industrie- und Verwaltungsbauten erinnernde, Gemeindehaus „Schalom“ im neuen Zentrum Norderstedts neben das große Herold-Center gebaut. Bau- und Gemeindekonzept entsprachen einander: Das Schalom wollte eine offene und sozial engagierte Gemeinde sein, hatte eine große offene Jugendarbeit, ein Jugendcafé, einen Kinderladen, engagierte sich für den Frieden und gegen Atomkraft, für und mit Migranten, und fragte nicht nach Kirchenzugehörigkeit.