Im Gespräch mit….. Roman Hohaus


Anfang April dieses Jahres habe ich mich mit Roman Hohaus, seit vier Jahren Mitglied des Kirchengemeinderates (KGR) und für sechs weitere Jahre wiedergewählt, getroffen, um mich mit ihm über seine Arbeit im KGR und verschiedene Projekte zu unterhalten.

G.K.-K.: Herr Hohaus, anders als in der deutschen Wirtschaft sind im KGR der Christophorusgemeinde die Frauen in der Mehrheit. Hat diese Konstellation einen Einfluss auf die Arbeit im KGR und wenn ja, welchen?

R.H.: Auch durch meine Arbeit in einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Personalentwicklung sehe ich schon einen Unterschied. Während Männer oft eine „Schwarz- Weiß-Denke“ haben, haben Frauen zu vielen Themen einen eher emotionalen Zugang. Ich finde, dass dies der Arbeit im KGR gut tut. Hier haben wir ein  bestimmtes Verhältnis zueinander, wir begegnen uns mit viel Respekt und Toleranz.

G.K.-K.: Wie können wir uns Ihre Arbeit im KGR vorstellen?

R.H.: Die KGR-Sitzung, die einmal im Monat stattfindet, beginnt mit einer Andacht und wir bereiten reihum ein kleines Abendessen vor. „Wir machen es uns schön!“ Das bestimmt schon einmal die positive Anfangsatmosphäre. Denn wir machen die Arbeit in unserer Freizeit, wir sind Ehrenamtliche. Der KGR ist ein Entscheidungsgremium, es geht um große Themen wie Geld und Verantwortung. Er ist für die Entwicklung in unserer Gemeinde zuständig, für Kirche, Gemeindehaus, Pastorat, Pastorenstelle und einiges mehr. Im KGR hat man zu entscheiden, muss aber auch kompromissfähig sein, soll aber auch seine eigene Meinung einbringen. Dadurch entsteht eine besondere, intime Beziehung zueinander. Hinzu kommt, dass jedes Mitglied auch eine andere Art von Frömmigkeit hat. Dies ist auszutarieren. Vor jeder KGR-Sitzung trifft sich der „Lenkungskreis.“ Außer mir noch Marion Ansen und Pastor Christian Paul. Wir legen Themen der nächsten Sitzung fest und diskutieren diese an, um ein effizientes Arbeiten im großen Plenum zu ermöglichen.

G.K.-K.: Was sind Ihre Schwerpunkte?

R.H.: In den vergangenen vier Jahren meiner Zughörigkeit zum KGR lag ein Schwerpunkt auf der regionalen Arbeit. Daran möchte ich anknüpfen. Die Herausforderung bei der Regionalität ist, dass nicht jede Gemeinde alles vorhalten kann. Die Frage ist, wie wollen wir das gestalten, was hat jede Gemeinde einzubringen, was ist gegebenenfalls zu verabschieden? Dinge verändern sich, so wie sich das Leben verändert. Auch Kirche verändert sich, aber es ist auch wichtig, Bewährtes zu belassen. Das Vermitteln dieser Veränderungsprozesse soll auch in den kommenden Jahren meine Aufgabe sein. Diese Moderation mit Ernsthaftigkeit und Humor zu führen ist mir wichtig. Aber ich sehe auch die Grenzen: Wir können nicht jedes Anliegen und jeden Wunsch in diesem Prozess mitnehmen.

G.K.-K.: Was haben Sie mit auf den Weg gebracht?

R.H.: Ich bin Mitglied der Steuerungsgruppe zur Begleitung von Regionalpastor Martin Barkowski. Wir planen Projekte in der Region und setzen diese um. Für mich ist auch Musik sehr wichtig, denn Musik hilft Kirche lebendig zu machen. Deshalb habe ich geholfen, „re:choir“ ins Leben zu rufen. Das ist ein Projektchor der Kirchengemeinden Mittleres Alstertal, ein regionaler, projektbezogener Chor, der sich in privatem Rahmen trifft, um Auftritte bei der Alstertaufe, in Gottesdiensten oder in der Elbphilharmonie vorzubereiten. In diesem Jahr sind wir bei der Alstertaufe am 25.6. in Klein Borstel, auf dem Reformationsfest am 31.10. in der Maria Magdalenen Kirche in Klein Borstel und in der Elbphilharmonie zu hören. Wir singen christliche moderne Lieder, Pop- und Weltmusik.

G.K.-K.: Und jetzt bitte noch ein Blick in die Zukunft nicht nur unserer Gemeinde!

R.H.: Gestalten, dass „der Laden läuft“. Was ist das Ziel der Regionalisierung, welche Schritte unternehmen wir, wie nehmen wir Bewährtes mit und gestalten Neues? Herausfordernde Fragen. Die Menschen dabei mitnehmen, die, die schon da sind und die, die noch nicht da sind, erreichen. Was hat Kirche für einen Mehrwert? Was hat Kirche mehr zu bieten als Sonntags zwischen 11 und 12 Uhr einen Gottesdienst, welches Belohnungsversprechen geben wir Menschen, die zu uns kommen? Was bieten wir in den Kirchen an, was Menschen woanders nicht bekommen

G.K.-K.: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihre Arbeit im KGR.

Gerhild Krieger-Kopperschmidt