Gedanken zum 2. Sonntag nach dem Christfest, 03. Januar 2021

Gedanken zum 2. Sonntag nach dem Christfest, 03. Januar 2021

Diesen ersten Sonntag im neuen Jahr feiern wir in den letzten Jahren in unserer Christus-Kirche traditionellerweise immer als einen Lichtergottesdienst. So habe ich es in dieser Gemeinde kennengelernt und wollte es gerne mit Ihnen auch in diesem Jahr halten.

Unsere ganze Kirche ist an diesem Abend um 18 Uhr erstrahlt vom Glanz der Lichter und Kerzen – eben „Lichterkirche“.

Der Kerzenbaum ist entzündet worden von den Gottesdienst-Besucher*innen, verbunden mit Gedanken und Wünschen für das neue Jahr: Dank, Hoffnungen, Ängste – alle Gefühle kommen hier zusammen.

Der große gelbe Herrnhuter Stern, benannt nach der Herrnhuter Brüdergemeinde in der Oberlausitz, leuchtet noch mindestens bis zum Dreikönigsfest unter unserer Decke.

Selbst der Adventskranz ist in diesen Tagen noch lange über den 4. Advent stehen geblieben, und alle vier roten Kerzen leuchten.

Der Weihnachtsbaum, diesmal nur ganz schlicht mit elektrischen Kerzen geschmückt, steht ebenfalls immer noch. Ein Geschenk eines Ehepaares aus der Claudiusstraße – stand jahrelang im Vorgarten und konnte herrlich gleichmäßig wachsen. Vielen Dank für dieses Geschenk!

Eine kleine gläserne Weihnachtsgurke im 6 m hohen Baum – der einzig besondere Schmuck – erinnert an den Brauch in der Vereinigten Staaten, eine solche „Christmas Pickle“ zwischen den Zweigen zu verstecken. Es heißt, dass derjenige, der diese besondere Gurke als Erster entdeckt, ein zusätzliches Geschenk erhält. Die Amerikaner behaupten weiter, es handle sich dabei um eine alte deutsche Tradition – nur kennt sie bei uns niemand.

Die Krippe mit unseren großen schweren getöpferten Figuren steht vor dem Baum und vor der Krippe mit dem Jesuskind brennt ebenfalls ein kleines Licht.

Habe ich etwa noch Lichter vergessen? Ja, vor und auf dem Altar stehen zusätzlich zu unseren sechs Altarkerzen noch weitere, von Jugendlichen in einer Aktion bunt beklebte Gläser mit Kerzen – auf dem Altar und Boden.

Und auf den Simsen unterhalb der Fenster befinden sich neben Tannengrün ebenfalls Lichterschalen, in denen unsere Kerzen mit dem Aufdruck „Gesegnete Weihnachten“ flackern.    

So wollte ich gerne mit Ihnen gemeinsam den Gottesdienst an diesem ersten Sonntag in diesem jungen Jahr mit Ihnen feiern. Die Küsterinnen und Kirchengemeinderäte hätten bei all diesen Vorbereitungen geholfen. Die Glocken hätten geläutet und gerufen.  Gerd Jordan hätte auf der Orgel und am Klavier gespielt, eine Trompete hätte ihn begleitet. 

Hätte – Der Kirchengemeinderat hat am 19. Dezember aufgrund der bedrohlichen Entwicklung und aktuellen Situation entschieden, dass wir vorerst bis zum Ende des vorläufigen Lockdowns am 10. Januar keine präsentischen Gottesdienste abhalten. Ich halte diesen Entschluß in dieser Zeit für klug und vernünftig und so bleibt mir nur noch die Möglichkeit, Ihnen auf diesem Wege diese Zeilen zukommen zu lassen. 

Zünden Sie gerne – wie ich es zu dieser Stunde tun werde – eine Kerze an. Lesen, hören Sie folgende Worte und lassen sie ihre Botschaft einfach auf sich einwirken:

Die Losung an diesem heutigen Tage aus Jesaja 58, 10 lautet: Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen. 

Die Lesung ist zugleich die Jahreslosung und steht bei Lukas 6, 36: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Der Wochenspruch für diesen Sonntag und die kommende Woche lautet: Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Bleiben Sie gesund und behütet – wünscht Ihnen

Ihr Pastor Steffen Storck

 

ZURÜCK