Gedanken zum Tode von Helmuth Fricke


Am 14. Juli starb Helmuth Fricke, wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag.

Worte von M. Szimansky gehen mir nicht aus dem Kopf: „Wenn mich die Nachricht trifft vom Tod eines Menschen, den ich kannte und liebte, und ich trete trauernd zum Grabe, stoße ich an jene Mauer, die der Tod aufrichtet. Gedanken prallen an ihr ab und kommen zurück; Worte verweht der Wind. Menschengeist kann die Mauer nicht sprengen, und der Glaubende weiß und betet: Du, mein Herr, bist Gott über Lebende und Tote. Du, der Gott der Liebe, bist auch Herr der Toten. Das macht getrost.“

Die Emmaus-Gemeinde dankt Helmuth Fricke für seine über 40 Jahre währende ehrenamtliche Tätigkeit: 25 Jahre – von 1971 bis 1996 – war er im Kirchenvorstand, davon einige Jahre als Vorsitzender. Trotz Überbelastung durch seinen Beruf nahm er sich Zeit, an der Formulierung und Zusammenstellung mehrerer Festschriften für die Gemeinde mitzuwirken. Über 20 Jahre war er verantwortlich für den Gemeindebrief – seit 1977. Unvergesslich seine Rolle als Seemann beim Laienspiel „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ zum 40. Kirchweihfest. An Festtagen oder in anderen besonderen Gottesdiensten übernahm er den Dienst als Lektor. Gern erzählte er von den Anfängen in der Kreuzkirche, wie er nach dem Krieg als 12-Jähriger den in Trümmern liegenden kleinen Saal am Gemeindehaus in der Kedenburgstraße 14 mit aufbaute, da wirkte er buchstäblich am Bau der Gemeinde mit. Unserer Emmaus-Gemeinde half er auch ganz praktisch in der „Bildungsarbeit“, manch Lehrmittel seines Verlages bereicherte die Jugendarbeit und ein sichtbares Zeichen ist noch vorhanden: die Schultafel, doppelseitig nutzbar, auf einer Seite mit Notenlinien.

Noch einmal M. Szimansky: „Der Tod ist mein Feind. Man kann mit dem Tod nicht reden. Er ist hart und unbarmherzig. Wenn er redet, verstummt der Mensch. Es wird totenstill. Der Tod stellt keine Fragen, er gibt keine Antwort – er ist Antwort, Antwort auf das Leben. Mir hilft das Beten: Mein Herr und mein Gott, Du bist Anfang und Ende, mein Anfang und mein Ende sind in Dir. Nicht der Tod, Du ziehst die Grenze, die mir Freiraum schafft zum Leben. Darin bin ich geborgen – auch in der Anfechtung des Todes. In meinem Erschrecken und tiefem Schmerz, in meiner Angst und entsetzlichen Hilflosigkeit schaue ich auf Dich. Du bist da. Ich befehle mich Dir an. […] Bei Dir ist lebendige Stille, Bergung, Friede. Du lässt mich wissen: Ich, Dein Gott, lebe – Du, mein Kind, sollst auch leben mit mir in Ewigkeit. – Danke, Vater.“

Und: Danke, Helmuth! Für Dein Mit-Bauen an unserer – Deiner – Kirche.

Werner Wieprecht – für die Emmaus-Gemeinde