Paramente

In der Versöhnungskirche sehen wir im Gottesdienst zwei Arten von Paramenten im Altarbereich:

  • Antependium bzw. Altarbekleidung vor dem Altar
  • Pultbehang an der Kanzel

Außerdem gibt es noch Paramente für den Sakristei-Altar.

Diese schönen Textilien sind aufwändig gestaltet und stammen zum Großteil noch aus den Anfängen der Versöhnungskirche. Gestiftet wurden die ersten Paramente für Altar und Kanzel vom Frauenkreis der Friedenskirche.

Im evangelischen Gesangbuch findet sich hinten eine genaue Darstellung des liturgischen Kalenders mit seinen Farben. Daraus ist erkennbar, welches Parament an dem entsprechenden Tag des Kirchenjahres aufgehängt wird. 

Im folgenden sind unsere Antependien in den liturgischen Farben beschrieben.

© Hildburg Bothe

Grünes Antependium

Grün stellt die Farbe der aufgehenden Saat als Symbol für Wachsen und Hoffnung dar. Im Kirchenjahr sehen wir grüne Paramente in der Epiphanias-, Vorfasten- und Trinitatiszeit (sogenannte "ungeprägte" Zeiten).

Auf unserem grünen Altarbehang ist das Christusmonogramm aufgestickt, ein Buchstabenverbund der Zeichen Χ und Ρ, den beiden Anfangsbuchstaben der griechischen Schreibweise des Wortes "Christos". Es gehört zu den frühesten christlichen Emblemen.

Links und rechts vom Christusmonogramm sind die Buchstaben Α (Alpha) und Ω (Omega) eingearbeitet, die für den Anfang und das Ende der Welt stehen.

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© Hildburg Bothe

Violettes Antependium

Violett ist die Farbe der Buße für die Adventszeit, die Passionszeit bzw. Fastenzeit vom Aschermittwoch an, sowie für Buß-,Bitt- und Trauertage. Als Farbe der Zeiten vor Ostern und vor dem Christfest wird es häufig als Farbe der Nacht gesehen, in Erwartung des kommenden Tages. Violett ist auch die Kreuzfarbe auf der evangelischen Kirchenfahne (Quelle: Ein evangelisches Zeremoniale / 2004).

Auf dem Antependium sind die fünf klugen und die fünf törichten Jungfrauen aus Matthäus 25,1-13 abgebildet. Oben stehen die klugen Jungfrauen mit brennenden Öllämpchen und schauen erwartungsvoll auf das Kommende, während unten die törichten Jungfrauen vor Kummer die Köpfe über ihren leeren Lampen hängen lassen.

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© Hildburg Bothe

Schwarzes Antependium

Schwarz, das Zeichen für das Fehlen aller Farbe, sehen wir nur einmal im Kirchenjahr und zwar am Karfreitag als Farbe der Trauer.

Unser Karfreitags-Antependium ist kunstvoll bestickt. In der Mitte ist das Lamm als Symbol für das Lamm Gottes abgebildet. Das Lamm hat einen Heiligenschein und hält ein Kreuz, auf dem oben ein Dornenkranz hängt. 

Kreisförmig aufgestickt ist der Schriftzug "Lasset uns - Ihn lieben - Er hat uns - erst geliebet".

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© Hildburg Bothe

Rotes Antependium

Rot symbolisiert das Pfingstfeuer, die Liebe und die durch das Blut der Märtyrer ausgebreitete Kirche. Wir sehen diese Farbe an Pfingsten, zu Gedenktagen der Kirche und bei Konfirmationen sowie Ordinationen.

Auch dieses Antependium ist kunstvoll gearbeitet und bildet in der Mitte ein großes Kreuz ab, in dessen Zentrum ein kleineres Kreuz etwas versetzt angebracht ist. Um das kleinere Kreuz herum ist ein Kreis aufgestickt, an dessen Rändern stilisierte Ähren zu sehen sind. 

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© Hildburg Bothe

Weißes Antependium

Weiß, die Summe aller Farben, als Symbol des Lichts sehen wir zu Ostern, Weihnachten und an den übrigen Christusfesten. 

Zu Weihnachten 2015 konnten wir das neue Antependium am Altar bewundern. Es wurde von der Künstlerin Claudia Arndt / Vellmar gefertigt und ist inhaltlich im Gespräch mit der Künstlerin entstanden. Sie hat dazu bildliche Ideen entwickelt und sie in Filz, Leinen und Blattgold umgesetzt. Muscheln sind eingearbeitet, ein Mondstein, ein alter Silberlöffel aus unserer Kirche. Durch das Filzen haben die Paramente einen reliefartigen Charakter bekommen.

Es lohnt sich, die Details aus der Nähe zu betrachten. Wie auf einem Wimmelbild gibt es immer Neues zu entdecken. Von hinten in der Kirche ist die große Weihnachts- und Ostersonne zu erkennen, Jesus, Menschen um ihn, säulenartige Bäume, die Himmel und Erde verbinden.

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