Vortragsabend mit Helge Fabian Hertz

Die ev.-luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins unter dem Hakenkreuz:

„Der Führer ruft!“ – Zum Verhältnis von ev. Geistlichkeit und NS-Regime

Die Gemeinde Lemsahl-Mellingstedt wurde während des „Dritten Reichs“ überwiegend durch die Bergstedter Pastoren unter Propst Gustav Dührkop (Propstei Stormarn, schleswig-holsteinische Landeskirche) versorgt. Der Vortrag befasst sich hauptsächlich mit der Person des Propstes Dührkop, aber auch mit Bergstedter Pastoren: Wie verhielten sich diese gegenüber dem NS-Regime? Als Ausblick wird auf das Thema der kirchlichen Entnazifizierung eingegangen: Wie wurde mit den „belasteten“ Geistlichen verfahren?

Bei der Erforschung der Ev.-Luth. Landeskirchen Deutschlands im „Dritten Reich“ handelt es sich um ein relativ junges Forschungsfeld, das im Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen einen deutlichen Rückstand aufweist. Die bisherige Forschung beschränkt sich für die schleswig-holsteinische, aber auch für die anderen (ehemaligen) Landeskirchen der heutigen EKD, überwiegend auf die kirchlichen Leitungsebenen. Zudem gerieten bisher primär die innerkirchlichen Auseinandersetzungen zwischen der „Bekennenden Kirche“ und den „Deutschen Christen“, die die Kirche im NS-Sinne umzugestalten suchten, ins Blickfeld.

Neben einer kurzen Beleuchtung dieses „Kirchenkampfes“ thematisiert der Vortrag vor allem das konkrete Verhalten der schleswig-holsteinischen Geistlichkeit zum Nationalsozialismus: Mitgliedschaften in der NSDAP und in NS-Organisationen sowie weitere Formen der Unterstützung des Terrorregimes, wie auch solche der Verweigerung und Kritik, des Widerstandes. Aufgrund des regionalen Bezugs wird hierbei vor allem auf den damaligen Propst der Propstei Stormarn, Gustav Dührkop, und die seinerzeit in Bergstedt amtierenden Pastoren eingegangen – zur Propstei Stormarn zählten u.a. die Bergstedter Gemeinden, die während des „Dritten Reichs“ auch Lemsahl-Mellingstedt versorgten: Wie verhielten sich diese gegenüber dem NS-Regime?

Als Ausblick wird auf das Thema der kirchlichen Entnazifizierung eingegangen. Die Landeskirchen durften nach Kriegsende ihre Entnazifizierung relativ selbstständig durchführen, wodurch der zeitgenössische Begriff der „Selbstreinigung“ geprägt wurde. Wie kam die schleswig-holsteinische Kirchenleitung unter Präses Wilhelm Halfmann dieser Aufgabe nach?

 

Zur Person:

Helge-Fabien Hertz, Historiker und Doktorand an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dissertationsthema: Die ev.-luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins im und nach dem „Dritten Reich“.

(ehemaliger Konfirmand aus unserer Gemeinde)

Weitere Informationen

Veranstalter Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lemsahl-Mellingstedt

Leitung Pastorin Susanne von der Lippe

Ort Jubilatekirche Madacker 5, 22397 Hamburg Weitere Veranstaltungen an diesem Ort

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