Interview auf 90,3 zum Ewigkeitssonntag


25.11.17 Studiogespräch mit Bettina Schweikle, Pastorin an der Philippuskirche Horn

Thema:           Ewigkeitssonntag - Gedenken der Verstorben

                        Gottesdienst am Ewigkeitssonntag,
                        Gedenken der Verstorbenen mit Abendmahl,          
                       
                        Sonntag, 26. November 10:00 Uhr
                        Ort Philippuskirche Manshardtstraße 105 b, 22119 Hamburg

Pastorin für Trauerkultur Sabine Erler ebenfalls an der Gemeinde

 

Fragenvorschläge:

In Ihrer Gemeinde haben Sie eine eigene Pastorin für Trauerkultur. Wie kommt das?

Pastorin Sabine Erler hat eine übergemeindliche Projektpfarrstelle für Trauerkultur im Hamburger Osten inne. 

Da Pastorin Erler ihren Arbeitsschwerpunkt auf den Friedhöfen Öjendorf und Schiffbek hat, bietet sich räumlich unsere Gemeinde an. Mit ihrem Thema "Trauerkultur im Wandel“ ist Pastorin Erler auch in anderen Gemeinden im Osten Hamburgs unterwegs. 

Mit Vorträgen, Filmen, Trauercafes, Engelsspaziergängen und Gottesdiensten fördert sie, in den Gemeinden das Verständnis für diese Entwicklungen.

Was ändert sich in der Trauerkultur? 

Trauerkultur spiegelt immer die gesellschaftlichen Verhältnisse wieder. Die Trauerkultur wird bunter und vielfältiger. 

Die Bestattungskultur wird individueller.

Traditionelle Familiengräber gibt es kaum noch. Die Familien leben verstreut, in Patchwork-Situationen, deshalb nehmen Urnengemeinschaftsgräber zu. Auch Bestattungsfelder für Paare sind neu. Pflegeleichte Gräber sind im Trend.

Einerseits werden Gräber und Trauerfeiern individueller, üppiger und ausgefallener gewünscht,

andrerseits nehmen preiswerte Urnenbestattungen ohne Trauerfeier zu.
Die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich zeigt sich auch auf dem Friedhof und in der Trauerkultur und die Individualisierung.

 

Was ist neu auf dem Öjendorfer Friedhof?

Die von der Behörde angeordneten Bestattungen für Menschen, wo keine Angehörigen auffindbar sind, nehmen zu.

Seit 2015 gibt es auch die neuen Grabfelder, auf denen Obdachlose und Menschen ohne Angehörige bestattet werden. Dort wird auf Gedenksteinen mit Namen, Geburts- und Todestag an diese Menschen erinnert.

Alle 14 Tage findet auf dem Friedhof eine kleine Feier statt, bevor die Urnen der Menschen ohne Angehörige beigesetzt werden. In der Regel sind das jedes Mal um die 30 Urnen.

Meine Kollegin, Sabine Erler, kümmert sich um das Gedenken an diese Menschen, die sonst kein Sprachrohr haben.

 

Morgen ist Ewigkeitssonntag. Was passiert bei Ihnen morgen in der Kirche?

Am letzten Sonntag vor dem Advent gedenken die christlichen Kirchen den Verstorbenen.

Die Namen der Verstorbenen werden im Gottesdienst vorgelesen. Wir Pastoren zünden für die Verstorbenen des letzten Jahres jeweils eine Kerze an.

Es gibt auch Raum und Zeit, für liebe Menschen eine Kerze anzuzünden, die schon vor längerer Zeit verstorben sind, oder an anderen Orten beigesetzt wurden. 

Es tut gut, dafür einen besonderen Tag und einen besonderen Rahmen zu haben.

Anschließend kann man sich dann, hoffentlich etwas erleichtert, wieder dem Leben zuwenden.

 

 

Wo findet der Gottesdienst Ihrer Gemeinde morgen statt?

Herzliche Einladung zu unserem Gottesdienst morgen um 10 Uhr mit Totengedenken und Abendmahl in der Philippuskirche Horn, Manshardtstraße 105. Unsere Kirche befindet sich in der Mitte zwischen Horner Rennbahn und Öjendorfer Friedhof.

 

Für alle, die das stille Gedenken vorziehen, gibt es heute Abend um 18 Uhr ein Konzert in unserer Kirche. Der Kammerchor mit Orchester führt das Requiem von Maurice Duruflé auf.