Emporen und Emporenbilder

In welchem Umfang Emporen aus der alten Kirche 1674 in den Neubau übertragen worden sind ist nicht bekannt. Eine Quelle berichtet 1759: „In die neue Kirche brachte ..... und baute man Orgelempore und die Längsempore wieder hinein“. Quellen und Daten werden hierbei nicht genannt. Für eine Weiterverwendung des teuren Materials spricht die kurze Bestandszeit in der alten Kirche. 1632 soll dort nämlich die Längsempore der vorhandenen Orgelempore angefügt worden sein. Dem Bericht ist weiter zu entnehmen: „...wenngleich sie [die Längsempore] die Orgelempore mit ihren schönen alten Bildern in Wasserfarben durchschnitt und ...“ Ob das tatsächlich stimmt und ob die alte Kirche überhaupt Emporen hatte, bleibt offen – zumal die Ochsenwerder Kirche 1632 noch gar keine Orgel hatte und die spätere erste Orgel Ochsenwerders beim Altar und nicht auf einer Empore stand.

Die heutige Orgelempore wurde nachweislich 1707/1708 zur Aufnahme der neuen Orgel von einheimischen Handwerkern gebaut. Seit 1714/1715 sind Arbeiten am neuen Lektor, der heutigen Längsempore, verzeichnet. Die Längsempore schneidet noch heute das letzte Bild der Orgelempore erkennbar durch. Eindeutig wurde sie nachträglich an die Orgelempore angeschlossen – ohne passenden Übergang oder schmückenden Dekor.

Bis in die 1950er befanden sich auch links und rechts des Altars logenartige Emporen, die bis in die 1950er Jahre sogar nur von außen, über Treppenhausanbauten in Fachwerkbauweise, zugänglich waren.

Emporenanschluss von Orgel- und Längsempore - Copyright: Simone Vollstädt
Emporenanschluss Orgel- und Längsempore
Altar mit Emporen zwischen 1910 und 1955 - Copyright: Archiv Simone Vollstädt
Altar mit Emporen zwischen 1910 und 1955
Orgelempore St. Pankratiuskirche Ochsenwerder

Bilder der Orgelempore

Zu den 13 Bildern in Temperafarbe auf Holz der Orgelempore. Sie zeigen Szenen des Alten Testaments. Über Entstehungszeit und Maler wissen wir nichts. Sie sind in älterer Technik gemalt und können durchaus in der alten Kirche im 15. oder 16. Jahrhundert entstanden und mit „umgezogen“ sein. Ein wissenschaftliches Gutachten mit gesicherter Aussage wäre interessant.

Von links angefangen sehen wir:
1. Sündenfall
2. Austreibung aus dem Paradies
3. Gottes Bund mit Noa
4. Verheißung Isaaks
5. Hagar und Ismael in der Wüste
6. Opferung Isaks
7. Jakobs Traum
8. Jakobs Kampf mit dem Engel
9. Moses und der Dornbusch
10. Stiftshütte
11. Tanz um das goldene Kalb
12. Die Kundschafter mit der Traube
13. Die eherne Schlange

Bilder der Längsempore

1714 wird im Kirchspiel eine Sammlung für die „Schildereyen“ am neuen Lektor durchgeführt. Sie war für die Bilder in den Brüstungsfeldern der Längsempore gedacht. Die genannten Maler sind die Hamburger Meister Hinrich Berckau (oder Berckan) und Siegmund Pietsch. Beide sind in den Verzeichnissen des Maleramtes (Zunft) aufgeführt. Diese auf Leinwand in Ölfarben gemalten Bilder stellen in handwerklich guter Qualität Themen des Neuen Testaments dar.

Von links beginnend sehen wir:
1. Verkündigung
2. Anbetung
3. Beschneidung
4. Der 12jährige Jesus im Tempel
5. Jordantaufe
6. Versuchung Christi
7. Erwählung des Petrus
8. Hochzeit in Kanaa
9. Speisung der Fünftausend
10. Verklärung Christi
11. Sturmstillung
12. Das kanaanäische Weib
13. Der Zöllner Zachäus
14. Die Ehebrecherin?
15. Die Auferweckung des Lazarus
16. Einzug in Jerusalem
17. Abendmahl
18. Fußwaschung
19. Gethsemane
20. Gefangennahme
21. Verhör vor Kaiphas
22. Geißelung
23. Verhöhnung
24. Kreuztragung
25. Kreuzigung
26. Grablegung
27. Auferstehung
28. Der Weg nach Emmaus
29. Himmelfahrt
30. Pfingsten
31. Krankenheilung

In der Kirchenstube und unterhalb der Längsempore befinden sich die letzten Bilder der Apostelgeschichte, d. h.:
32. Judas?
33. Ehebrecherin?
34. Der Kerkeraufseher
5. Befreiung Petri aus dem Kerker stürzt sich ins Schwert