Friedrich Degenhardt ist jetzt dabei

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..." - so lautet eine Gedichtzeile, die mir in diesen Tagen immer wieder in den Kopf kommt.

Mein Name ist Friedrich Degenhardt, und ich freue mich, nach zehn Jahren als Pastor in der Ökume­nischen Arbeits­stelle unse­res Kirchen­kreises, nun in die Gemeinde St. Trinitatis Harburg zu wechseln.

Menschen kennenzulernen, sowie neue Orte und Auf­gaben zu entdecken, das hat für mich tatsächlich einen ganz besonderen Zauber.

Ich bin gebürtiger Flens­burger und in Husum zur Schule gegangen, wo ich nach dem Abitur auch meinen Zivildienst in der ambulanten Altenpflege der Diakonie geleistet habe. Mein erster Aufbruch in die Fremde waren 1991 einige Monate in den USA, die mich stark geprägt haben. Nachdem ich dann mein Grundstudium in Anglistik und Theologie an der Universität in Kiel absolviert hatte, zog es mich deshalb wieder in die Ferne: Als Fremd­sprachenassistent habe ich ein Jahr an einer Schule in Liverpool gearbei­tet, bevor ich 1995 zur Fort­setzung meines Studiums nach Heidelberg zog. Ein dritter Wechsel ins Ausland führte mich für ein Jahr an die Universität in Edinburgh, und zum Abschluss meines Studiums kehrte ich nach Kiel zu­rück

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Nach Hamburg kam ich zum ersten Mal im Jahr 2000, als Journalist bei der Nordelbischen Kirchenzeitung. Zum Vikariat kehrte ich allerdings noch einmal in meine Heimat (nach Glücksburg an der Ostsee) zurück, und ein drittes Vikariatsjahr verbrachte ich beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf. Viel Zeit für Begegnungen und Entdeckungen in der Ferne, die mich aber immer wieder darin bestärkt haben, dass mein Weg ins Pfarramt in der Heimat führen wird. Seit November 2005 bin ich nun Pastor in Ham­burg. Die ersten drei Jahre hatte ich mein Büro sogar im Haus der Kirche in der Hölertwiete, so dass ich jetzt das Gefühl habe, nach Harburg zurück zu kehren.

In den vergangenen Jahren habe ich zusammen mit Kollegen und vielen Freiwilligen das Afrikanische Zentrum in Borgfelde aufgebaut. Ein Ort, an dem sich Menschen aus verschiedenen Kulturen begegnen: Sei es singend und betend im monatlichen Internationalen Gospel-Gottesdienst, oder zum Beispiel beim großen Familien- und Fußballfest 2014, bei dem wir uns mit 400 sehr unterschiedlichen Menschen gemeinsam das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana angeguckt und bejubelt haben.

Ich wünsche mir unsere Gemeinden als Orte, an denen Menschen ihre Berührungsängste verlieren können, um dann mit viel Freude gemeinsam zu entdecken, was unsere Aufgaben im Stadtteil und darüber hinaus sind.

Meine Frau Sylvia, unser vierjähriger Sohn Niklas und ich verlassen nun zwar mit einem weinenden Auge die Hausgemeinschaft, in der wir zurzeit noch im Ökumenischen Forum in der Hafen City wohnen. Doch schon bei meinem Vorstellungsgottesdienst Ende August in St. Johannis wurden wir sehr herzlich aufgenommen. Deshalb freuen wir uns nun auf unsere neue Heimat in Harburg!

Ich hoffe sehr, dass wir uns auch bald einmal in Harburg begegnen werden,

Ihr Friedrich Degenhardt