Abschied von Diakonin Gomolzig


Nun ist die Zeit gekommen, ich gehe in Rente.

Am 1. Juli beginnt meine Nachfolgerin, Frau Silke Langer, ihre Arbeit. Vier Wochen haben wir gemeinsam Zeit für die Übergabe, zum Erklären und Bekanntmachen. Ab 1. August bin ich dann im Ruhestand. Der Abschied nach über 20 Jahren Arbeit in den Seniorentreffs, den Gemeinden und im Pflegeheim mit all den gewachsenen Beziehungen fällt mir nicht leicht.

Sie alle fehlen mir schon jetzt, bedingt auch durch die erzwungene Abstinenz in der „Corona“-geprägten Zeit. Voller Dankbarkeit schaue ich auf meine Dienstjahre in Horn zurück, begonnen im September 1999 an der Timotheusgemeinde mit einer halben Stelle, um den Timo-Seniorentreff weiterzuführen. Pastor Wienberg zeigte mir vom Turm aus das „grüne Horn“, ich wurde liebevoll aufgenommen von dem großen Mitarbeiterteam damals. Dann, ab Februar 2001, kam der Seniorentreff Martin dazu: das Kennenlernen der Strukturen, der Menschen, das Zusammenführen der vorhandenen Gruppen, auch aus Nathanael, zum Seniorentreff Martin. Aus dem Rückblick heraus waren es reiche Jahre. Neben der Planung des normalen Wochenprogramms gab es all die Besonderheiten: Ferien ohne Koffer, Reisen, Ausflüge, große Feste und Aktivitäten wie die Seniorensommertage, Kirchplatzfeste und die besonderen Gottesdienste und Andachten. Mein Ideenreichtum ist eine Gabe und gleichzeitig eine Herausforderung, auch für die Mitarbeitenden, die ich begeistern konnte und die, die Arbeit davon hatten. An dieser Stelle geht mein herzlicher Dank an die Ehrenamtlichen, die über die vielen Jahre die Arbeit so mitgestaltet und mitgetragen haben, dass sie gelingen konnte. Den Hauptamtlichen danke ich ebenfalls für die Unterstützung und Kollegialität.

Mein Beruf (Berufung passt hier wunderbar) war und ist gleichzeitig mein Hobby. Viel von dem, was ich gern tue, konnte ich einbringen: singen, tanzen, gestalten, reden und zuhören, getragen von der Gewissheit der Liebe, der Barmherzigkeit, der Kraft Gottes, die aus dem Glauben erwächst. Die Liebe, das Angenommensein spürbar zu machen über möglichst viele unserer Sinne, die Seele im Blick zu haben, ist immer mein Ziel gewesen, wohl wissend, dass es ein Auf-dem-Wege-sein ist und in mancher Hinsicht nicht gelang.

Ich bitte um Verzeihung, wo ich Menschen verletzt habe, ohne es zu merken. Es war nicht alles nur positiv. So gab es auch Konflikte, die es zu bearbeiten galt, und Begebenheiten, z.B. auf Reisen, von denen ich im Nachhinein sage: „Da bin ich um Jahre gealtert.“ Und doch durfte alles ein gutes Ende nehmen.

Ich danke Ihnen allen für die schöne gemeinsame Zeit, die auch von Abschieden und Neuanfängen geprägt war. Auf jeden Fall werden wir uns in einem Gottesdienst mit .anschließendem Zusammensein noch persönlich voneinander verabschieden.

Was kann ich Ihnen zum Schluss wünschen? Allumfassend ist Gottes Segen und so wünsche ich meiner Nachfolgerin für ihre Arbeit und Ihnen GOTTES SEGEN!

E.-M. Gomolzig