Gottesdienstliche Dreharbeiten in der Osterkirche


Die Osterkirche ins rechte Licht zu setzen ist nicht schwer. Das geschieht ganz von selbst, wenn Sonnenstrahlen durch die hohen Fenster auf die frisch geweißten Wände fallen und die goldenen Bordüren zum Glänzen bringen. Der Raum beginnt freundlich zu leuchten – und über der Kanzel erstrahlt der auferstandene Christus. Eine wahre Oster-Kirche, die immer wieder aufs Neue die gute Botschaft erfahrbar werden lässt:  Jesus lebt, mit ihm auch ich.

Auch in dieser Zeit, in der wir gemeinsam an vielen Orten Gottesdienst feiern, bleibt die Osterkirche ein besonderer Ort. Deshalb haben wir uns entschieden, die HausGottesDienste für das Osterwochenende in unserer schönen Kirche aufzuzeichnen.

Als ich am Palmsonntag morgens um 8 Uhr die Kirche für die technischen Vorbereitungen aufschloss, war es noch ganz still an der Bramfelder Chaussee. Wenig später, als die Mikrofone eingerichtet und die Kameras aufgebaut waren, wurde es lebhaft. Mit tatkräftiger regionaler Unterstützung von Dirk Upnmoor und unserem FSJler Vincent Klein wurden Kameras gerückt, Perspektiven getestet und mit der Beleuchtung experimentiert. Schon konnte der erste Gottesdienst beginnen – „Familiengottesdienst, Klappe die Erste“. 

Es sollten noch einige „Klappen“ folgen, in ungewohnter Reihenfolge. „Gut, jetzt haben wir alles im Kasten. Könnte ich bitte nochmal den Mittelteil der Predigt haben?“ Auf den Ostersonntagsgottesdienst folgte die Aufnahme des Karfreitagsgottesdienstes. Zwischendrin waren Kirchenmusiker Werner Lamm und Trompeter Boris Havkin an der Reihe und spielten alle Stücke in einem Rutsch ein, unterstützt durch einen spontan zusammengekommenen kleinen Chor. Singen mit viel Abstand, ein Mikrofon in der Mitte.

An diesem Tag haben wir viel Erfahrung gesammelt: Erfahrung damit, wie man authentisch einen Gottesdienst für Menschen gestalten kann, die noch gar nicht da sind; Erfahrung damit, welche Ladegeräte bei welcher Kamera funktionieren und dass man zweimal prüfen sollte, ob die Aufnahme auch wirklich läuft; Erfahrung damit, wie man mit einfachen Mitteln gemeinsam viel erreichen kann.

Als ich gegen 20:30 Uhr die Kirchentür abschloss, hatte ich über sieben Stunden Video- und Tonmaterial auf meinem Laptop, für drei Gottesdienste von jeweils etwa zwanzig Minuten.

Entsprechend arbeitsreich war die folgende Woche. Meine Frau und meine Tochter haben mir dafür viel Freiraum eingeräumt, sonst wäre die Umsetzung in der kurzen Zeit gar nicht möglich gewesen. Auf meinem Abschlussbericht als Vikar werde ich nun auch einen autodidaktischen Schnellkurs im Bereich Videoschnitt aufführen können. Ich bin dankbar für das unerwartete Lernfeld. Vor allem aber freut mich, dass viele Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Kirchengemeinde die Gottesdienste am Karfreitag und Ostersonntag gemeinsam mit uns gefeiert haben. 

Die Osterkirche setzt Ostern in ein herrliches Licht. Schön, dass wir dieses Licht zu uns nach Hause holen konnten!