Hoffnungsläuten


Seit einiger Zeit erklingt mittags nach dem 12 Uhr-Stundenschlag eine einzelne Glocke der Osterkirche. Manche aufmerksamen Zeitgenossen sprechen uns an: „Das gab es doch früher nicht. Hat das einen besonderen Grund?“

Ja, es gibt einen besonderen Grund. Die Oster-Kirchengemeinde hat damit zu Beginn der Corona-Pandemie einen Impuls der Nordkirche aufgenommen. Fünf Minuten lang wird die Gebetsglocke geläutet – ein weit vernehmbares Zeichen der Hoffnung in schwerer Zeit. Als im März das öffentliche Leben stark eingeschränkt wurde und wir sogar auf den Gottesdienst verzichten mussten, sollte das Hoffnungsläuten alle verbinden, die es im Gebiet unserer Nordkirche hören: von Flensburg über Hamburg bis Usedom.

Bischöfin Kirsten Fehrs schrieb damals an die Gemeinden: „Die Glocken erinnern: Es ist an der Zeit, innezuhalten, zu beten! Sich zu besinnen auf das, was tröstet und stärkt und uns trägt angesichts dieser globalen Krise… In dieser Zeit können sie zum Erinnerungsruf für alle werden, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen und neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen.“

Zu Pfingsten wurde die Aktion Hoffnungsläuten dann in die Entscheidung der einzelnen Kirchengemeinden gegeben. Der Kirchengemeinderat der Osterkirche hat im Juni beschlossen, das Hoffnungsläuten bis auf weiteres fortzusetzen. Die Pandemie ist ja noch nicht vorüber und wir bleiben angewiesen auf Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Übrigens: Die Glocke der Osterkirche läutet mittags nicht automatisch. Jeden Tag um 12 Uhr gehen unser Hausmeister Herr Hertel, die Freiwillige Paula oder ein Mitglied unseres Kirchengemeinderats in die Kirche und stellen für 5 Minuten die Glocke an. Darauf kann man sich verlassen!