Ich bin richtig gern hier!

Werner Lamm in Paris - © Lydia Gerber

Dorothea Neddermeyer: Du hast am 1. Dezember 1999 deinen Dienst in der Osterkirche und in der Simeonkirche aufgenommen. Was erinnerst du noch aus deiner Anfangszeit?

Werner Lamm: Ich wurde sehr freundlich empfangen und fühlte mich von der großen Pastorengemeinschaft mit Interesse aufgenommen. Ich hatte ja vorher schon häufig vertreten, so dass manche mich bereits kannten. Ich erinnere mich noch an einige persönliche Briefe, die ich dann zu Weihnachten aus Bramfeld bekam. Da kam eine große Freude zum Ausdruck, dass ich hier als Kantor angefangen hatte. Aus manchen dieser ersten Kontakte haben sich tragfähige Beziehungen entwickelt. 

Dorothea Neddermeyer: Deine Stelle war eine gemeinsame Stelle von zwei Gemeinde, Oster- und Simeonkirche. Wie hat sich diese kirchenmusikalische Zusammenarbeit aus deiner Sicht über die Jahre entwickelt?

Werner Lamm: War das gemeinsame Kantorat zunächst eine finanziell begründete Vernunftehe, so fanden sich alsbald die Musikliebenden beider Gemeinden zum gemeinsamen Singen, Hören und Musizieren zusammen. Mit der Zeit haben wir uns wunderbar miteinander entwickelt, insbesondere in der Bramfelder Kantorei sind beide Gemeinden und auch mehrere Nachbargemeinden gut vertreten. Und heute ist gerade diese kirchenmusikalische Verbindung beider Gemeinden ein echtes Pfund, mit dem wir wuchern können!

Dorothea Neddermeyer: Gibt es etwas, auf das du mit besonderer Freude zurückblickst?

Werner Lamm: Oh, da gibt es so vieles! Zum Beispiel die gemeinsamen Himmelfahrtsgottesdienste am See, die liegen mir echt am Herzen. Ein besonderer Konzerthöhepunkt war die Aufführung der Johannespassion in der Osterkirche. Und ich denke sehr gern an die Gründung des Posaunenchores und des Projektchores und an die ganz besondere Zusammenarbeit mit der Gemeindepädagogin Antje William zurück, aus der heraus wir die tollen Kinder-Musicals in der Simeonkirche entwickeln konnten.  

Dorothea Neddermeyer: Gibt es eigentlich aus diesen zwei Jahrzehnten auch irgendetwas besonders Lustiges zu berichten?

Werner Lamm (lacht): Massenweise! Zum Beispiel dieser Erntedankgottesdienst im Umweltzentrum Karlshöhe. Die Blechbläser saßen mit mir am Scheunentor. Während des Gottesdienstes, es wurde gerade gebetet, kam noch eine Familie mit zwei Kindern dazu. Das eine war mal in meinem Kinderchor gewesen und rief: „Hallo, Werner!“ Die Schwester daraufhin: „Ist das der, der immer so laut singt?“ Der Posaunenchor bog sich vor Lachen, die Gemeinde schmunzelte...

Dorothea Neddermeyer: Du hast mal von noch einem weiteren Jubiläum in diesem Jahr gesprochen.

Werner Lamm: Ja, das stimmt. Insgesamt bin ich im 4. Quartal 2019 seit 35 Jahren im Amt, davon 30 Jahre als Hauptamtlicher. Meine erste nebenamtliche Stelle während des Studiums hatte ich in einem westfälischen Dorf. Die erste hauptamtliche Stelle war dann schon in Hamburg, in Alsterdorf.

Dorothea Neddermeyer: Und was möchtest du unseren Leserinnen und Lesern außerdem noch mitteilen?

Werner Lamm: Dass ich mich freue, wenn ich Sie und euch in den Gottesdiensten und Konzerten sehe! Und dass ich richtig gern hier in Bramfeld bin, das zu sagen ist mir wichtig.

 

Das Gespräch führte Dorothea Neddermeyer.