Mein FSJ in der Osterkirche Bramfeld


Liebe Kirchengemeinde,

vor ein paar Tagen habe ich mich mit meiner Nachfolgerin für das nächste Freiwillige Soziale Jahr auf dem Kirchplatz getroffen, um sie über das Gelände und durch die Räumlichkeiten zu führen. Ich habe ihr gezeigt, wo ich gearbeitet habe, was meine Aufgaben waren und ihr die Menschen vorgestellt, mit denen sie zukünftig zusammenarbeiten wird. In diesem Moment sah ich die Zeit nur so an mir vorbeifliegen, denn gefühlt ist noch gar nicht so lange her, dass ich in ihrer Position war und von meinem Vorgänger herumgeführt wurde. 

Selten ist ein Jahr in meinen Augen so schnell vergangen, wie mein FSJ in der Kirchengemeinde der Osterkirche Bramfeld, welche ich durch die Pandemie unter etwas anderen Umständen kennenlernen durfte. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich in den ersten Wochen war. Alles war neu, ich wusste nicht, was mich erwartet, aber ich wusste auf jeden Fall, dieses Jahr wird anders. Es hat mir sehr geholfen, dass ich so herzlich empfangen und mit eingebunden wurde. Alle haben sich die Zeit genommen, mir die Abläufe zu erklären oder mich bei neuen Aufgaben zu unterstützen. Bei den ersten Küsterdiensten, beim Verteilen der Kirchenzeitungen, der Gartenarbeit auf dem Gelände oder den Vorbereitungen in der Kirche für den nächsten Gottesdienst.

Viele Aspekte meiner Arbeit wurden durch Corona geprägt und auf irgendeine Art bin ich auch dankbar dafür. Denn diese Aspekte sind Bestandteile meines Arbeitsalltags geworden, den ich mit der Zeit sehr zu schätzen gelernt habe. Einmal in der Woche haben wir uns hingesetzt und ungefähr 80 Dokumente ausgedruckt, gefaltet, in Umschläge gesteckt und zum Briefkasten gebracht – den Hausgottesdienst, den es ohne die Pandemie gar nicht geben würde. Er ist für mich zu einem Symbol geworden, wie es die Kirche geschafft hat, auf eine neue und ungewohnte Situation zu reagieren, etwas Neues zu gestalten, damit das Alte und Bekannte trotzdem weiter existiert. Vieles musste verändert werden, aber am Ende hat es immer geklappt. 

So auch am wohl spannendsten Tag in meinem FSJ, dem 24. Dezember. Sechs Open Air – Gottesdienste, direkt hintereinander auf dem Kirchplatz. In den Tagen davor haben wir die Leinwand für den Krippenspielfilm aufgebaut, mithilfe der Konfis die Abgrenzungszäune mit Tannenzweigen geschmückt, bunte Eintrittskarten verteilt, grüne Kreise als Platzorientierung auf den Boden gesprayt – natürlich alles Aufgaben, die unter normalen Umständen nicht hätten sein müssen, aber für mich gehörte es in dem Jahr dazu. Dies war mein Weihnachten in der Osterkirche und ich fand es unfassbar schön. 

Denn es hat mir gezeigt, dass die Gemeinschaft trotz allem nicht verloren geht. Wo auf etwas verzichtet werden musste, ist etwas Neues entstanden und ich bin wirklich sehr froh, im letzten Jahr Teil dieser Zusammenarbeit gewesen zu sein!

Paula