Geht doch!

In den letzten Wochen habe ich mich so an die Wortspiele der Überschriften dieser Fastenzeit gewöhnt, dass ich schon vor dem Weiterlesen überlegt habe, was wohl kommen wird. Auf den ersten Blick war ich in dieser Woche enttäuscht, vielleicht habe ich aber auch nur auf etwas Offensichtlicheres gehofft.

Ich bin gespannt, wie es Ihnen geht. Darum habe ich den Bibeltext nicht – wie gewohnt – an den Anfang der „Andacht“ gestellt.

Geht doch!
Woran denken Sie beim Lesen dieser 2 Worte?
An Situationen, in denen etwas geklappt hat?
An Momente, in denen sich unerwartet Lösungen ergaben?
An ein Ergebnis nach zähen Verhandlungen oder langem Ringen?

Oder

Geht doch!

Haut doch ab! Dann eben ohne Euch!

Oder

Ach, geht doch…schon mal los…gerne alleine weiter…mach mal so, wie Du denkst…das wird schon gehen.

Die Geschichte, um die es in dieser Woche geht, steht im 1. Mose:




Auf den ersten Blick ist die Lösung, die Abraham und Lot gefunden haben, vielleicht keine Bilderbuchlösung, kein Happy End. Gerade so einen Ausgang wünschen wir uns doch aber eigentlich (fast) immer – oder!

Alles wird gut! Den Satz von Nina Ruge habe ich noch im Ohr, wobei ich mich oft gefragt habe, ob ich ihn wirklich beruhigend oder aufbauend finden soll. Wenn diese Behauptung nämlich von einem allzu großen Harmoniebedürfnis gestützt wird, kann sie ja durchaus eine blockierende Kraft entfalten. Wenn sie keine anderen, neuen Gedanken zulässt, wo bleibt dann die Möglichkeit etwas aktiv auch anders gestalten zu können?

In der Geschichte von Abraham und Lot heißt es: Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten. Wieweit wären sie wohl gekommen mit einer „Alles-wird-gut-Strategie“, die nicht neue, eigene oder unerwartete Wege und Möglichkeiten mit einbezieht?!



Die Aktion 7 Wochen ohne fordert uns heraus kreativ zu sein. Neue Perspektiven, Blickwinkel einzunehmen und überraschende und neue Zugänge zu entdecken. Wie persönlich dies sein, dazu schrieb ein unbekannter Verfasser: Ich grüße mich mittlerweile freundlich, wenn ich mir selbst im Weg stehe. Ist ja nicht das erste Treffen.

Einen ganz anderen Gedanken zur Überschrift dieser Woche möchte ich Ihnen zum Abschluss ans Herz legen:

Geh doch!!!
Jetzt, wo die Tage länger und (hoffentlich) wieder ein wenig wärmer werden, möchte ich Sie einladen
Geh-Meditationen in dieser Fastenzeit zu entdecken. Natürlich gibt es vielen im Internet zu finden.
Eine davon habe ich hier verlinkt.



Eine weitere Idee ist, sich in den kommenden Wochen zu Geh-Sprächen zu verabreden. Vielleicht können sie zu zweit, mit Abstand, Themen der Fastenzeit aufgreifen oder es ergeben sich ganz andere, unerwartete Geh-Spräche-

Probieren Sie einmal aus, was alles so geht! Und: Gehen Sie gut durch die Woche!

Silke Langer
Diakonin