Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Blockade“ hören oder lesen?

Nehmen Sie sich gerne einen Moment Zeit darüber nachzudenken bevor Sie weiterlesen!

Vielleicht ist Ihnen eben auch Ihr Nacken in den Sinn gekommen. Gerade in den letzten Monaten, in denen viele mehr gesessen haben als sonst, sind dort einige Blockaden entstanden. Aber auch, wenn Sie zu den glücklichen Menschen gehören die nicht von Verspannungen betroffen sind, lade ich Sie ein, einmal nachzuspüren, wo Sie kleinere und größere Blockade körperlich ausmachen können. Bei youtube gibt es einige schöne Übungsanleitungen, die helfen, die betroffene Muskulatur zu lockern. Probieren Sie es gerne einmal aus (und es geht auch wunderbar im Sitzen):



Übungen wie diese zeigen gut, wie wenig es manchmal braucht um Blockaden zu lösen. Natürlich klappt es nicht sofort, sondern bedarf ein wenig Geduld. Dabei kommt es nicht auf die Perfektion an. Es geht vielmehr darum in die Bewegung/Dehnung zu kommen und zu genießen, wenn sich „Lösungen“ einstellen. Ähnlich ist es auch bei den Themen und Aufgabenstellungen der 7 Wochen ohne – Fastenaktion. In diesem Jahr schauen wir mitten in der weltweiten Blockade, an welchen Stellen wir auf kleinere Blockaden verzichten oder sie auflösen können. Dies wird uns nicht immer sofort gelingen und manchmal vielleicht auch nur Millimeter für Millimeter. Also los:
 

Alles auf Anfang

In dem Bibeltext der ersten Wochen spricht die Weisheit höchst persönlich. Sophia oder Frau Weisheit, sie ist dabei, als Gott die Welt erschuf. Sophia, die von Urzeiten her existiert, ist die weib­liche Begleiterin des großen Schöpfers, die untrennbar zu ihm gehört. Sie sitzt zu seinen Füßen und spielt mit allem, dessen sie habhaft werden kann. Er hat unent­wegt zu tun, aber dennoch oder gerade deswe­gen jeden Tag seine Freude an dem, was und wie sie es tut. Sophia ist dabei als Gott Himmel und Erde, Tag und Nacht, Wasser und Land, Pflanzen, Tiere und Menschen erschuf, so wie es die Schöpfungsgeschichte (kann hier mit einem Klick nachgelesen werden) erzählt.

Hier klicken um "Sophia spielt" zu hören
(aus: Sophia und das große Spiel. Gudrun Rathke & Isolde Christandl, Thyrolia 2017)

Welche Bilder haben Sie im Kopf, wenn Sie die Texte hören oder lesen?

Was haben Sie früher gerne gespielte ich? Was heute?

Sind Sie  ein „anderer Mensch“, wenn Sie spielen? Welche Seiten von Ihnen kommen dabei raus?

Was verstehen Sie unter Weisheit? Entsprechen die Bilder Ihren Vorstellungen?



Zu seinen Füßen spielt Sophia mit ihren Händen, mit ihren Füßen, mit ihren Gedanken und davon hatte sie ganz viele. Groß ist die Fülle und bunt ist sie…so endet der Auszug aus Sophia und das große Spiel.
Ich mag die Idee einer verspielten Sophia, die an Gottes Seite ist während er die Welt ordnet. Staunend über die bunte Fülle und die Vielfalt, die sich in den Naturgesetzen der Schöpfung mit ihren klaren Grenzen und Regeln finden lässt. Hier am Anfang kommt die Weisheit leichtfüßig, le­benslustig, tänzelnd da­her, als ein federleichtes, geistliches Schwerge­wicht und ist so „seine (Gottes) Lust täglich“ (Sprüche 8, 30)

Ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.

Wenn es in der ersten Woche nun heißt „Alles auf Anfang“, dann sollten wir versuchen, die diesjährige Fastenzeit mit der Leichtigkeit und Freude der Sophia zu verbinden. Lassen wir die Weisheit innerhalb unserer Grenzen spielen und schauen, was alles möglich ist. Und daran können und dürfen wir Lust empfinden, wie die Weisheit selbst. Reden wir uns nicht ein, dass ohnehin gerade nichts mehr geht. Wer nach Spielraum sucht, wird ihn auch finden!

Eine gesegnete Woche mit weiten Spielräumen!

Diakonin Silke Langer

(Ideen und Anregungen aus den Themenheften der Fastenaktion der evangelischen Kirche 7 Wochen ohne)