Unser Friedhof

Hier können Sie sich über unseren Friedhof informieren.

Unsere am 01.01.2017 in Kraft getretene Friedhofsgebührensatzung finden Sie hier zum Download.

Unsere neue Friedhofssatzung inkl. Anlage Gestaltungsplan ist am 01.05.2019 in Kraft getreten und hier zum Download bereit.

Gedruckte Exemplare sind im Kirchenbüro zu bekommen. 

 

Unsere Grabsteinplatten Sammlung

Auf dem Friedhof der St. Severini-Kirche zu Kirchwerder stehen 84 überwiegend großformatige Grabplatten aus der Zeit von 1586 bis 1753. Es ist Norddeutschlands größte zusammenhängende Ansammlung historischer Grabplatten. Diese sogenannten Leichensteine sind aus Elbsandstein gefertigt und überwiegend reich verziert. Von Inschriften eingefasst, zeigen die Platten meist Reliefs mit Bezug auf die christliche Auferstehungshoffnung (Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung, Jüngstes Gericht). Somit sind sie Ausdruck der hier lebenden bäuerlichen Gesellschaft und Zeichen des neuen Glaubens nach der Reformation. Diese Grabplatten für die bäuerlichen Familiengrabplätze entstanden vor allem im 17. Jh. sie lagen ursprünglich auf den Gräbern

Neben der Zierfunktion dienten die Grabplatten auch der Abwehr von Weidevieh - der Friedhof wurde damals u.a. als Weideplatz für Kühe und Schweine mitgenutzt und zur Beschwerung und damit auch zur Sicherung der Gräber bei Sturmfluten. Eine Bestattung unter diesen kostenintensiven Grabplatten kam erst im Rahmen der Aufklärung außer Gebrauch. Etliche der alten Platten wurden dann von den Erben abtransportiert, zerstört, als Baumaterial (als Fundament oder als Trittstein) verwandt oder am Bauernhof aufgestellt. Ein Mandat von 1830, initiiert durch den damaligen Pastor Johannes Holm (hier tätig von 1815- 1842), gebot der weiteren Gräber-Plünderung Einhalt, um den Respekt vor den Toten zu bewahren.

Faltblatt mit Informationen zur Grabsteinplatten-Sammlung

Ab 1904 setzte sich Justus Brinkmann, damals Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe, für die Erhaltung der alten Grabsteine ein, da er ihren künstlerischen und heimatgeschichtlichen Wert erkannte. Brinkmann gelang es, bereits abtransportierte Grabplatten wieder auf den Friedhof zurück zu holen. Pastor Otto Grau sen. (hier tätig von 1913-1945) setzte 1913 fort, was Brinkmann begonnen hatte. Mit der grundlegenden Renovierung des Brauthauses 1919 wurden auf sein Betreiben 9 der wertvollsten und größten Platten hier aufgestellt. Im Jahr 1942 wurden die 50 historisch bedeutendsten Sandsteinplatten in die Hamburger Denkmalliste aufgenommen.

1950 nimmt dann Pastor Otto H. E. Grau (hier tätig von 1945-1976) die alten Pläne seines Vaters auf und stellt 1952 mit örtlichen Betrieben 9 der großen Grabplatten "als Mauer" an der Nordseite des Friedhofs sowie 7 weitere an der Ostseite auf; damit ist ein erster Teil der alten Grababdeckungen gesichert. 1972 folgten die restlichen 35 Platten an der Ostseite des Friedhofs; parallel zum Kirchenheerweg. Im Jahr 2000 fand eine gutachterliche Bestandsaufnahme der Grabplatten-Qualität durch das Zentrum für Materialkunde/ Hannover statt. 2016 konnte man die erste alte Grabplatte durch eine Restauratorin konservieren lassen; weitere sollen folgen.

Das Faltblatt mit Informationen zu unserer Grabsteinplatten-Sammlung steht auch zum Download bereit.