Erste Hilfe für die Seele

„Fahren Sie auch mit Blaulicht?“ werde ich oft gefragt. Und die Antwort ist ein deutliches „Nein“. Die Notfallseelsorge beginnt erst dann, wenn Rettungsdienstkräfte und Feuerwehrleute schon gehen.

Zuerst geht es um den Notfall: zum Beispiel um die medizinische Versorgung oder gar Wiederbelebungsversuche nach einem Herzinfarkt, danach – gerade nach einem plötzlichen Todesfall oder nach der Überbringung einer Todesnachricht – beginnt die Seelsorge. Jetzt heißt es Zeit zu haben für die Angehörigen, Schweigen, Verzweiflung oder Wut auszuhalten, ein Ritual des Abschiednehmens anzubieten und zu gestalten.

Niemand kann ein schlimmes Ereignis voraussehen. Jeder Notfall kommt unvermittelt –wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Eben war die Welt noch in Ordnung. Und jetzt ist nichts mehr so wie vorher. Das lähmt, macht handlungsunfähig, traurig und manches Mal auch wütend. Da tut es gut, wenn einfach ein Mensch da ist: „Die Freunde setzten sich neben Hiob auf die Erde. Sieben Tage und sieben Nächte blieben sie so sitzen, ohne ein Wort zu sagen; denn sie sahen, wie furchtbar Hiob litt.“ (Hiob 2,13)

Das ist Notfallseelsorge. Erreichbar sein, sich rasch auf den Weg machen, fremden Menschen in einer schlimmen Situation nahe sein. Gemeindepastorinnen und -pastoren übernehmen jeweils für eine Woche den Bereitschaftsdienst – sieben Tage und Nächste rund um die Uhr („24/7“). Sie tun diesen Dienst zusätzlich zu ihren täglichen Aufgaben. Sie werden alarmiert von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle. Und wenn das Notfallhandy klingelt, dann hat die „Erste Hilfe für die Seele“ Vorrang vor Konfirmandenunterricht oder Kirchengemeinderat.

Die Notfallseelsorge ist ein Angebot an alle Menschen und achtet das Recht auf Selbstbestimmung und die religiöse und weltanschauliche Orientierung der Betroffenen. Bei den Einsätzen werden sie nicht missioniert. Wichtig ist es, Menschen in einer Notsituation nicht allein zu lassen und ihnen – falls gewünscht – seelsorgerischen Beistand zu geben. „Gut, dass Sie da waren!“ So enden die meisten Einsätze.

(Gunnar Urbach, Pastor und Notfallseelsorger)


AnsprechpartnerInnen

Bereich Hamburg-West

Pastorin Elisabeth Waller
Tel.  (040) 80 05 00 25
elisabeth.waller@kirchenkreis-hhsh.de

Bereich Norderstedt
Bereich Kreis Pinneberg

Pastor Gunnar Urbach
Tel.  0172 - 6 51 51 11
gunnar.urbach@kirchenkreis-hhsh.de


Die Alarmierung der Notfallseelsorge erfolgt über die Feuerwehr oder Polizei.

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