"Brot und Rosen" 20 Jahre Leben mit Geflüchteten

is lightbox and no link Gemeinsames Abendessen am großen Tisch in der Küche

Gemeinsames Abendessen am großen Tisch in der Küche

Hamburg – Sie teilen Lebensmittel, Geld, ihren Alltag und ihren Glauben. 1996 gründete sich die diakonische Basisgemeinschaft "Brot & Rosen". Von Anfang an öffnete sie ihre Türen für geflüchtete und obdachlose Menschen. Gefeiert wird das 20-jährige Bestehen am Sonnabend mit Gottesdienst und Empfang in der Thomaskirche Bramfeld.

In einem ehemaligen Pastorat im Nordosten Hamburgs leben fünf Erwachsene mit ihren Kindern in der diakonischen Lebensgemeinschaft. Hinzu kommen Gäste mit ausländischen Wurzeln: geflüchtete, obdachlose. Rund 300 Menschen hat "Brot und Rosen" in den vergangenen 20 Jahren beherbergt.

Manche wohnen nur einige Wochen hier, andere ein oder zwei Jahre. "Wir wollten von Anfang an besonders mit den Schutzlosesten – den Menschen ohne Papiere – leben", sagt Mitgründer Dietrich Gerstner. Vorbild für die Gemeinschaft war die „Catholic-Worker-Bewegung“ in den USA. Ihre Prinzipien: Leben mit den Ärmsten, Kampf für Bürgerrechte, Verzicht auf ein eigenes Gehalt.

Sie teilen ihren Verdienst

Beim gemeinsamen Abendessen kommen alle zusammen. Auf dem Abendbrottisch stehen Speisen aus gespendeten Lebensmitteln. Sie stammen von der Hamburger Tafel, aus dem Bio-Supermarkt und von Freunden. Auch Möbel und Kleider bekommt die Gemeinschaft geschenkt.

Die Bewohner arbeiten in Teilzeit. Was sie verdienen, landet in einem gemeinsamen Topf, aus dem sie Miete, Strom und Wasser zahlen. Jeder beteiligt sich am Haushalt, putzt und kocht. Regelmäßig treffen sie sich zu Hausversammlungen.

Ein Ankerpunkt in Hamburg

„Brot & Rosen“ ist ein Ankerpunkt für Geflüchtete – weit über die Grenzen Hamburgs hinaus. Die Gemeinschaft gehört zudem zu den Initiatoren des „Kreuzwegs für Flüchtlinge“ zu dem jedes Jahr an Karfreitag ein Bündnis von Akteuren in der Flüchtlingsarbeit einlädt.

Der Name "Brot & Rosen" erinnert an das Rosenwunder der Elisabeth von Thüringen und steht auch für eine Haltung. Die besagt, dass jeder Menschen mehr bedarf als satt zu sein und ein Dach über dem Kopf zu haben. "Wir wollen nicht nur Brot, sondern auch Rosen – das Leben in seiner ganzen Fülle", sagt Gerstner.

Festgottesdienst
Zeit: Sonnabend, 25. Juni, 14 Uhr
Ort: Thomaskirche Bramfeld, Haldesdorfer Str. 26-28, 22177 Hamburg