Sanierung aus öffentlichen Mitteln 40 Millionen Euro für St. Jacobi

Bischöfin Kirsten Fehrs, Finanzsenator Andreas Dressel und Hauptpastorin Astrid Kleist vor der Kirche St. Jacobi.

Mit mehr als 40 Millionen Euro soll die Hauptkirche St. Jacobi in der Hamburger Innenstadt saniert werden. Die Arbeiten betreffen vor allem das Mauerwerk, aber auch den Innenraum. Vom Ergebnis erhofft man sich, Besucher stärker anzuziehen. Die Hauptkirche St. Trinitatis Altona hat aus Berlin die Zusage bekommen, dass ihre Sanierung mit 2,743 Millionen Euro aus Bundesmitteln unterstützt wird.

Rund zehn Jahre werden die Bauarbeiten an St. Jacobi voraussichtlich dauern, sagte Hauptpastorin Astrid Kleist. Im kommenden Jahr soll begonnen werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte am Donnerstag 20,4 Millionen Euro für die Hauptkirche zugesichert. Hamburg werde die gleiche Summe bereitstellen und 1,5 Millionen Euro für einen frühen Planungsbeginn vorziehen, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bei einem Besuch in der Kirche.

Vor allem das Mauerwerk muss erneuert werden. In den Kirchenmauern sind über die Jahre zahlreiche Risse entstanden, einige Backsteine sind bereits abgebrochen. Insbesondere der Schwerlastverkehr würde dem Bau zusetzen, sagte die Hauptpastorin. Das Gebäude sei in steter Bewegung, St. Jacobi habe einen "Puddingturm".  Auch im Innenraum sind umfassende Baumaßnahmen notwendig. Zudem soll die Kemper-Orgel erneuert und das Gemeindehaus barrierefrei gestaltet werden. Mit der Sanierung wolle sich die Kirche auch stärker für die Stadt öffnen, sagte Kleist. "Wir wollen nicht der Geheimtipp bleiben."

Bischöfin Kirsten Fehrs erinnerte daran, dass St. Jacobi "ein Kleinod" für mittelalterliche und frühneuzeitliche Kunst sei. Seit mehr als 20 Jahren betreibt die Hauptkirche gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt die Denkmalwerkstatt.

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Die Hauptkirche St. Trinitatis soll für etwa 5,5, Millionen saniert werden.

Sanierung von St. Trinitatis Altona umfasst ebenfalls vor allem das Mauerwerk

Die Gesamtkosten der Sanierung von St. Trinitatis werden auf 5,5 Millionen Euro geschätzt; für die zweite Hälfte der Finanzierung sollen Drittmittel bei der Stadt und bei Stiftungen eingeworben sowie Eigenmittel der Kirche eingesetzt werden. Vor allem das Mauerwerk weist an den Turmfassaden starke Schäden an den Fugen auf. Ein vollständige Fugenerneuerung ist nötig, um dem Eindringen von Feuchtigkeit und Folgeschäden im tragenden Turmmauerwerk entgegenzuwirken.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören neben der denkmalgerechten Instandsetzung der Gebäudesubstanz die Sicherstellung des Brandschutzes, die Verbesserung der Barrierefreiheit und der Energieeffizienz, die Sanierung und Erweiterung der WCs im Keller sowie die Aufarbeitung der Ausstattung, einschließlich der Restaurierung zweier Kunstschätze: ein hölzernes Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert und ein Familienbildnis des Altonaer Pastors Arnold Schepler aus dem 17. Jahrhundert.


Zur Geschichte der Kirchen

St. Jacobi

Die Jacobi-Kirche wurde 1255 erstmalig dokumentiert. Sie lag am Pilgerweg von Nordeuropa ins spanische Santiago de Compostela und ist bis heute Hamburgs Pilgerkirche. Im 14. Jahrhundert wurde sie als dreischiffige Backsteinkirche neu erbaut. 1529 wurde Hamburg und damit auch St. Jacobi evangelisch. St. Jacobi war 1769 die erste deutsche Kirche, die einen Blitzableiter erhielt. 1813 zerstörten Napoleons Truppen einen Teil der historischen Ausstattung und nutzten den Bau als Pferdestall.

Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Jacobi komplett zerstört. Allerdings konnte die Gemeinde vorher die wertvolle Arp-Schnitger-Orgel auslagern, die heute zu den wichtigsten Instrumenten des prominenten Orgelbauers zählt. Der Wiederaufbau von St. Jacobi wurde 1962 vollendet. Sie hat seitdem den baugleichen Turm wie die Nicolaikirche in Bielefeld.

St. Trinitatis

Die erste evangelisch-lutherische Kirche in Altona wurde 1649/50 als Kirche „Zur heiligen Dreyfaltigkeit“ erbaut. Seit 1739 trägt sie den Titel „Hauptkirche“. 1742 wurde sie abgerissen und direkt darauf als größere Kirche neu erbaut. Im Jahr 1943 wurde sie durch Bombentreffer und Brand stark geschädigt – erhalten blieben nur die Außenmauern. Ihr Wiederaufbau erfolgte in den 1960er Jahren.