Der Mann, der an der Kirche baute Der Mann, der an der Kirche baute

Gerhard Stilke (65), Diplomingenieur und Architekt, war 37 Jahre lang hauptamtlich in der Bauabteilung des Kirchenkreises Niendorf tätig. Am vergangenen Freitag wurde er im Haus der Kirche von jetzigen und ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, von Handwerkern, Architekten, Pastoren und anderen Weggefährten und Weggefährtinnen feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

 


Als einen Menschen, der am Gesamten der Kirche gebaut habe, und als Lebenskünstler würdigte ihn Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer, als „Allrounder mit großem fachlichen Können und ausgeprägtem Sinn für das Ästhetische““ lobte ihn Verwaltungsleiter Thomas Jacobsen, als jemanden, dem es das wichtigste war, auf den Menschen zu gucken, sah ihn Hubert Baalmann, Sekretär des Verbands kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VKM) – seit 1974 ist Stilke in der Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises Niendorf und im VKM, der kirchlichen Gewerkschaft, engagiert. – Als „Gebrauchsarchitekt“ sah er sich selbst.

Der Abschied begann mit einer Andacht in der Kapelle des Hauses der Kirche, die Gerhard Stilke besonders am Herzen liegt und deren Bau er als einen wichtigen Teil des Hauses der Kirche begleitet hat. Die Kapelle war für ihn ein Ort, in den er sich zurückzog, um Sorgen abzuladen und sich zu sammeln. Stilke beschrieb seine Arbeit als „37 Jahre unter dem Kreuz“. „Zum Kreuz gehört Leiden dazu, aber viel mehr als das Leiden bleibt die Freude in Erinnerung, die ich von den Menschen erfahren habe, mit denen ich gearbeitet habe.“

„Keiner kennt die Gebäude des Kirchenkreises so genau, so detailreich“, sagte Propst Melzer. Gerhard Stilke habe Häuser und Kirchen renoviert, instand gehalten, gepflegt und angebaut. „Aber es war immer auch mehr: Sie haben nicht nur Kirchen – im Sinne des Gebäudes – gebaut, sondern Sie haben am Gesamten der Kirche gebaut“, so Melzer. „Die Form der Kirchen, der Gemeindehäuser soll dem Inhalt des Glaubens entsprechen – und das haben Sie immer versucht umzusetzen.“

 

Zu seinem Abschied präsentierte Stilke im Haus der Kirche eine Ausstellung mit Fotos und Bildern von Manfred Schulze-Alex – eine von vielen Ausstellungen, die er in den vergangenen 13 Jahren initiiert hat. Er wünscht sich, dass das Haus der Kirche wieder regelmäßig Künstlern und Künstlerinnen Raum gibt. „Ich wollte zeigen, wie schön das Haus sein kann, wenn es so genutzt wird“, sagte er bei seiner Abschiedsrede.

Gerhard Stilke hat den Übergang vom Haupt- zum Ehrenamt bereits vollzogen. Am 1. Advent 2008 wurde er in den Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Niendorf gewählt – durch sein langjähriges Engagement im Sport, in der Gewerkschaft und in der Mitarbeitervertretung ist ihm das Ehrenamt vertraut und er kann seine Kenntnisse aus Bau- und Personalwesen in die Gemeinde einbringen.

Monika Rulfs