Forschung contra Mystik Forschung contra Mystik

Zu einem zweitägigen Konvent hatte Pröpstin Dr. Schwinge die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Diskussion mit dem Heidelberger Theologen Klaus Berger (Foto: links) über sein umstrittenes ,Jesus’-Buch. Berger sucht darin nach der Bedeutung Jesu für den Menschen der Postmoderne.

Er geht davon aus, dass der postmoderne Mensch nicht mehr eingleisig nach Kausalitäten und rein beweisbaren Fakten fragt. Vielmehr träten neben die Kausalitäten auch Größen wie Werte, Ästhetik oder Mystik . Menschen seien durchaus in der Lage, auch nicht beweisbare Ereignisse und Erlebnisse in ihr Bild von der Realität des Lebens aufzunehmen. Berger nennt als Beispiele Engel, Wunder oder Heilungen.

Entsprechend weist er darauf hin, dass die historisch-kritische Bibelauslegung der letzten 50 Jahre durch die Sichtweisen der anderen Komponenten der Wirklichkeit erweitert werden müsse zu einer ,ganzheitlichen’ Theologie.

Im Zentrum der nachfolgenden Diskussion stand die entscheidende Frage, die Berger immer wieder aufwarf: „Wie wäre es, wenn das wahr wäre?“. Auch, wenn die anwesenden Theologinnen und Theologen nicht in allem den Thesen Bergers folgen mochten – der Gedanke, dass das westliche, von der Aufklärung bestimmte Denken manche Komponenten der Wirklichkeit ausschließe, fand großen Anklang.