80. Jahrestag der Deportation Gegen das Vergessen

Der heutige Eingang der damaligen Reit- und Exerzierhalle, in der viele Jüdinnen und Juden 1938 festgehalten wurden, bevor sie vom Altonaer Bahnhof mit dem Zug ins Ungewisse geschickt wurden. Heute wird die Hale genutzt von der Sportvereinigung Polizei Hamburg.

Bis 1945 wurden insgesamt mehr als 6600 Jüdinnen und Juden aus Hamburg deportiert. Nur wenige von ihnen überlebten. Die evangelische Kirche erinnert zusammen mit Jüdinnen und Juden aus Hamburg an Verfolgung, Deportationen und Novemberpogrome.

Am 25. Oktober 1941 fuhr der erste Zug mit 1035 jüdischen Frauen, Männern und Kindern aus Hamburg in das Ghetto Litzmannstadt. Im November und Dezember folgten weitere Deportationen nach Minsk und Riga. 80 Jahre später lädt die evangelische Kirche in Hamburg zusammen mit der Jüdischen Gemeinde Hamburg und der Liberalen Jüdischen Gemeinde zu einem Gedenken ein an den Jahrestag der Deportation norddeutscher Jüdinnen und Juden nach Litzmannstadt, Minsk und Riga. Treffpunkt zu der Veranstaltung am Montag, den 25. Oktober, von 16 bis 17.30 Uhr ist das „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ im Hamburger Lohsepark.

 

Gedenken an die „Polenaktion“

Ein weiteres denkwürdiges Datum ist der 28. Oktober 1938. Damals wurden 1.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder mit polnischer Staatsangehörigkeit aus Hamburg nach Polen ausgewiesen. Daran gedenkt die evangelische Kirche in Hamburg auch in diesem Jahr. Die Veranstaltung gehört zu einer Reihe von Gedenken die an die Verfolgung, Deportationen und Novemberpogrome erinnern.

Viktoria-Kaserne - Copyright: Fux Archiv
Die Viktoria-Kaserne, zu der die ehemalige Reit- und Exerzierhalle gehörte.

Von der reichsweiten Ausweisung 1938 waren 17.000 Menschen betroffen. Ein Großteil wurde später in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet. Viele der frühmorgens am 28. Oktober 1938 völlig überraschend Verhafteten wurden tagsüber in der damaligen Reit- und Exerzierhalle in der (damals) Herderstraße (heute Haubachstraße) festgehalten, bevor sie vom Altonaer Bahnhof mit dem Zug ins Ungewisse geschickt wurden.

Das Gedenken am Donnerstag, 28. Oktober 2021, startet um 16 Uhr in der ehemaligen Reit- und Exerzierhalle, Haubachstraße 62 (bitte FFP-2-Maske tragen und Abstand halten). Es sprechen Theo Bruns von der Fux Genossenschaft, Propst Thomas Drope und Kristina Vagt von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Die Musik kommt untere anderem von Ingo Wille (Stolpersteininitiative Hamburg).

Weitere Veranstaltungen sind:

Sonntag, 7. November, 19 Uhr: Abend mit jüdischen Lyrikerinnen und Obertonklangmusik in der Kirche der Stille, Helenenstr. 14a (3G), Anmeldung: pastorin.nauck@gemeinde-altona-ost.de

Montag, 8. November 2021, 19 bis 21 Uhr: „Klassenfoto mit Massenmörder“ -Buchvorstellung und Gespräch am Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60 (3G), Anmeldung: www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de

Dienstag, 9. November 2021, 17 Uhr: Wedeler Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 am Mahnmal am Puttener Weg, Ecke Kronskamp, Wedel

Dienstag, 9. November 2021, 18 und 19.30 Uhr: Gedenken des 9. Novembers 1938 in der Verheißungskirche Niendorf, Sachsenweg 2(3G).