Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht

Das gibt es nicht oft, schon gar nicht, wenn es um das Gedenken des Holocaust geht. Doch am Sonntag, den 9. November (Beginn: 17 Uhr) ist es in Pinneberg so weit. Der Gottesdienst wird in der Christuskirche (Bahnhofstraße 2) zum Gedenken an die Reichspogromnacht begangen. 

In der Nacht des 9. November 1938 wurden viele jüdische Geschäfte und Synagogen zerstört. Aufgrund des Scherbenklangs wurde die Nacht auch ,Reichskristallnacht’ genannt. Was von der nationalsozialistischen Propaganda als Volksbewegung ausgegeben wurde, war in Wahrheit eine politisch organisierte Aktion zur Zerstörung jüdischen Eigentums und jüdischen Lebens und zur Einschüchterung und Verängstigung der jüdischen Bevölkerung. Vor allem die SA war befehlsgemäß an den Zerstörungen beteiligt. So fuhren die Pinneberger SA-Größen nach Elmshorn und beteiligten sich dort an den Zerstörungen. 

An diese Ereignisse erinnert ein Gedenkgottesdienst in der Pinneberger Christuskirche, der von der jüdischen und der christlichen Gemeinde getragen und vorbereitet wird. „Wir sind auf das Miteinander angewiesen,“ sagt Wolfgang Seibert, Leiter der jüdischen Gemeinde. „Wir wollen das Miteinander gestalten. Außerdem haben viele unserer Mitglieder und deren Familien ganz andere Pogrome erlebt, da viele erst vor wenigen Jahren aus der Sowjetunion hierher nach Pinneberg kamen.“ 

Dennoch ist das gemeinsame Gedenken wichtig, meint auch Propst Thomas Drope. „Aus dem Erinnern entsteht das Bekenntnis der Schuld und die Bitte um Vergebung.“ Alle drei Elemente werden in dem Gottesdienst vorkommen. So werden zur Erinnerung Texte der Pinneberger Geschichtswerkstatt verlesen. Der Kammerchor der Halstenbeker Erlöserkriche wird unter der Leitung von Monica Lundbeck Psalmen in Hebräischer Sprache singen.