,Kirche der Freiheit' ,Kirche der Freiheit'

„Das Impulspapier ,Kirche der Freiheit’ ist vor allem das, was draufsteht: ein Impuls.", meinte Oberkirchenrat Thies Gundlach, Mitautor der viel diskutierten Dokumentation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), vor der versammelten Pastorenschaft der vier Kirchenkreise Altona, Blankenese, Niendorf und Pinneberg. Er freue sich, dass das Papier so viel Diskussionen in Gang gebracht hätte. Es sei eben keine wohl abgewogene Denkschrift, sondern ein Organisationspapier, „einfach so ins Feld geworfen, ein Querschuss".

War ,Kirche der Freiheit’ im Januar Gegenstand der Diskussionen auf dem Kirchenkongress in Wittenberg, so ließen sich jetzt die Pastorinnen und Pastoren auf ihrem dritten gemeinsamen Konvent von Gundlach in das Konzeptpapier einführen. Es sei vor allem ein Mentalitätswandel innerhalb der Evangelischen Kirche nötig, meinte der Oberkirchenrat. Die Kirche müsse den Wettbewerb ernst nehmen, in dem sie stehe und sich entschiedener am Markt orientieren. „Es muss deutlich werden: Wir nehmen die Entscheidungen der Menschen wahr und reagieren darauf."

Dazu brauche es eine Qualitätsoffensive, gerade im geistlichen Bereich. Die Pastorinnen und Pastoren sollen von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und stärker ihre geistlichen Aufgaben wahrnehmen können. Ein wichtiges Mittel dafür: eine dauerhafte faire Kommunikation über die bestehende Arbeit und eine Verstärkung der Fort- und Weiterbildung.

Gerade diese These ergab viel Gesprächsstoff. Was bedeutet Qualitätsteigerung im kirchlichen Raum? Sind Besucher- oder Taufzahlen ein Maß für die Qualität? Wie lässt sich Glaube und Geist messen? Bleibt eine Kirche, die sich an Wachstum und äußerer Stärke orientiert, dem inneren Kern ihrer Botschaft treu?

Gundlach verwies darauf, dass im Auftrag der Kirche auch das Wachsen läge. „In unserer Tradition liegen so viele Schätze, die alle Kraft des Herzens verdienen. Es geht vor allem um die Organisation, da sind wir steigerungsfähig".

Den positiven, Mut machenden Stil des Impulspapiers begrüßten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pastorenkonvents. „Da spricht vieles von einem Aufbruch in eine Zukunft, die nicht düster und resigniert ist. Das gefällt mir“, meinte einer der Pastoren zum Abschluss.