Kirche im Norden Kirche im Norden

Gut 60 Interessierte waren gekommen, hauptsächlich Mitglieder der Synoden der Kirchenkreise Altona, Blankenese, Niendorf und Pinneberg. Thema des Abends war der derzeitige Stand der Planungen für den Zusammenschluss der Nordelbischen, der Mecklenburgischen und der Pommernschen Landeskirche. Der neue Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich hatte sich angesagt, konnte aber kurzfristig aus persönlichen Gründen nicht kommen. An seiner Stelle führte Annegret Wegner-Braun von der Arbeitsstelle ,Gemeinsame Kirche im Norden' in das Thema ein. 

Zwar seien manche Fragen noch nicht bis ins letzte geklärt. Dazu gehörten vor allem die genaue Finanzberechnung, die Anpassung der Gehälter der Pastorinnen und Pastoren sowie die Frage der Tarife für die Mitarbeitenden. Dennoch seien die Kirchenleitungen fest entschlossen, die Fusion zu einem guten Ende zu bringen. "Interessant ist, dass Kirche es wagt, im deutsch-deutschen Verhältnis Wege zu finden, die anders sind als die der letzten 20 Jahre." 

Die Herausforderungen, vor denen die drei Kirchenstehen, werden deutlich an den Zahlen, die Wegner-Braun vorlegte: Hat die Nordelbische Kirche 2,1 Mio Mitglieder (46% der Bevöklkerung), so sind dies in Mecklenburg 0,21 Mio. (18%) und in Vorpommern 0,1 Mio (19%). Anders sieht es bei den Kirchgebäuden. Die Gemeinden der Nordelbischen Kirche verfügen über 812 Kirchen (2.598 Gemeindeglieder je Kirche), dieder Mecklenburgischen Kirche über 734 Kirchen (284 Gemeindeglieder pro Gebäude) und die der Pommerschen Kirche über 448 Kirchen (229 Gemeindeglieder pro Gebäude).

In der anschließenden Diskussion äußerten sich die Anwesenden kritisch, aber nicht ablehnend. Hinterfragt wurden vor allem die Finanzierung des Projekts und die Frage des künftigen Sitzes von Kirchenamt und Landesbischof. Die gemeinsame Kirchenleitung hatte sich für Lübeck als Standort ausgesprochen. 

Die drei Kirchen seien auf einem guten Weg, versicherte Wegner-Braun. Das müssen sie auch, denn der Zeitplan ist eng. Schließlich soll es zum 1. Januar 2012 nur noch eine evangelische Kirche im Norden geben.