Harburg Kirchenkreis Ost klärt Missbrauch in Kinderheim auf

Pröpstin und Hauptpastorin Ulrike Murmann

Harburg – In dem früheren Kinderheim Margaretenhort in Harburg hat es Anfang der 80er Jahre offenbar mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost bittet Betroffene, sich zu melden und bietet ihnen seelsorgerliche Gespräche, Therapien und juristische Beratung an.

Die Aussagen von zwei ehemaligen Bewohnerinnen seien glaubwürdig und plausibel, sagte Pröpstin Ulrike Murmann am Dienstag. Danach seien mehrere Mädchen und Jungen aus ihrer Gruppe von älteren Jugendlichen in der Einrichtung über längere Zeit sexuell missbraucht worden. Der Margaretenhort ist eine Jugendhilfeeinrichtung. Mehrheitsgesellschafter ist der Kirchenkreis Hamburg-Ost.

Murmann ist im Kirchenkreis zuständig für den Bereich Prävention und Intervention. Sie hat ein geordnetes Verfahren zur Aufarbeitung eingeleitet. In dieses werden unter anderem externe Experten wie die Sozialwissenschaftlerin Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut einbezogen.

Damalige Leitung und Mitarbeiter blieben tatenlos

Die Vorwürfe richten sich auch gegen die damalige Leitung und Mitarbeitende des Margaretenhortes. Diese hätten nicht auf Hilferufe reagiert. „Wir nehmen die uns bisher zugetragenen Vorfälle sehr ernst“, sagte Murmann. Man werde jedem Hinweis konsequent nachgehen. Sollten mutmaßliche Täter versuchen, Opfer zu beeinflussen oder einzuschüchtern, stehe der Kirchenkreis an der Seite der Betroffenen, sicherte sie zu. 

Unrecht müsse als solches benannt und anerkannt werden – auch wenn sich die Vorwürfe gegen den Kirchenkreis, den Margaretenhort oder gegen die Institution Kirche richteten. Murmann: „Wir bitten und ermutigen alle Betroffenen, sich an uns zu wenden, um eine Aufarbeitung zu ermöglichen.“

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