Gedenken an ermordete Kinder Klagemauer in Schnelsen


Sie soll ein Zeichen sein, gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen: die Klagemauer auf dem Roman-Zeller-Platz in Schnelsen. Jedes Jahr erinnert die Kirchengemeinde so an die Ermordung von 20 Kindern in Hamburg-Billwerder, kurz vor Kriegsende. In einem Außenlager des KZ-Neuengamme am Bullenhuser Damm, waren an den Kindern abscheuliche medizinische Experimente durchgeführt worden. Als britische Soldaten Hamburg schon erreicht hatten, versuchte die SS ihre Spuren zu verwischen und ermordete die jüdischen Kinder. Das Jüngste war fünf Jahre alt.

„Wir dürfen niemals vergessen, was damals geschah. Denn wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten. Dieser Satz trifft das Anliegen der Gedenkarbeit für mich sehr gut. In der Vergangenheit geht es um die Anerkennung des Unrechts und um die Würde der Betroffenen. Kinder erfassen das sehr emotional, besonders wenn es Begegnungen mit den Angehörigen gibt. Sie erleben jetzt auch Ausgrenzung und Intoleranz in ihrer Altersgruppe, als Betroffene oder Beobachtende. Ich hoffe, dass sie lernen, sich dagegen zu wehren, und jetzt und in Zukunft dafür Sorge tragen, dass niemand ausgegrenzt oder herabgesetzt wird – weil sie wissen, wie es im schlimmsten Fall enden kann“, erklärt Marion Voigtländer, Gemeindepädagogin für Kinder und Jugendarbeit in der Kirchengemeinden Schnelsen.

 

Kerzen Bullenhusener Damm - Copyright: © Max Madry

Gedenken auch online

In diesem Jahr wird das Gedenken auch digital stattfinden, da die Klagemauer durch die Corona-Einschränkungen nur von wenigen Menschen gleichzeitig besucht werden kann. Es wird einen Film und einen Podcast geben, die beide auf der Webseite der Kirchengemeinde zu finden sind. Außerdem gibt es die Möglichkeit eine digitale Botschaft oder einen Kommentar zu hinterlassen, unter:

https://padlet.com/KirchengemeindeSchnelsen/o5hywkp34byak3p5

Besucherinnen und Besucher können an der Klagemauer auch Blumen oder gestaltete Steine ablegen. Die Mauer wird bis Montagfrüh (26.04.) auf dem Roman-Zeller-Platz zu finden sein.