Kundgebung vor der Drostei Kundgebung vor der Drostei

Zahlreiche Pinneberger Bürger versammelten sich zu einer Kundgebung gegen antijüdische Aktionen in der Kreisstadt, unter ihnen viele Gemeindeglieder der evangelischen Kirche. Auf diese Weise wollten sie ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Pinneberg ausdrücken. Mitte Juni war das jüdische Gemeindezentrum mit einem Pflasterstein beworfen worden. Ein drohender Anruf folgte tags darauf. 

"Der Stein sollte die Gemeinde treffen, nicht das Fenster", sagte Gemeindevorsteher Wolfgang Seibert auf der Kundgebung vor der Pinneberger Drostei. "Er hat aber sein Ziel verfehlt". Ausdrücklich dankte er den Anwesenden für das Zeichen ihrer Solidarität und nannte besonders die Kirchen der Stadt. 

Für die Kirchen sprach Propst Thomas Drope. "Wenn eine Religion angegriffen wird, werden alle Religionen angegriffen," meinte Drope. "Der Anschlag gegen die jüdische Gemeinde trifft darum auch alle anderen Gemeinden in dieser Stadt. Für den Kirchenkreis Pinneberg sage ich heute: Wir fühlen uns mit Ihnen verletzt. Wir stehen zu Ihnen und wollen Ihnen helfen, wo wir es können, damit Sie sich in Pinneberg zuhause fühlen können."