Neue Bischöfin für den Kirchenkreis Pinneberg Neue Bischöfin für den Kirchenkreis Pinneberg

Ab dem 1. Oktober wird Bischöfin Maria Jepsen den neuen ,Sprengel Hamburg und Lübeck’ übernehmen. Auch der Kirchenkreis Pinneberg gehört künftig zu diesem Bischofsbezirk. Lesen Sie dazu ein Interview mit Propst Thomas Drope. 

 

 


>> Propst Drope, ab dem 1. Oktober hat der Kirchenkreis Pinneberg eine neue Bischöfin. Wie kommt das? 

Das hängt mit der Neuordnung der Bischofsbezirke in der Nordelbischen Kirche zusammen. Wir verkleinern ja die Zahl der Kirchenkreise von 27 auf elf, und dementsprechend gibt es künftig auch nur noch zwei Bischofsbezirke. In Nordelbien heißen diese Bezirke ,Sprengel’. 

 

>> Welche Funktionen hat ein Sprengel? 

Der Sprengel ist der geistliche Aufsichtsbezirk über mehrere Kirchenkreise. Ich glaube, dass der Sprengel im Bewusstsein der Gemeinden - jedenfalls hier im Kirchenkreis Pinneberg - keine sehr große Rolle gespielt hat. Auf der Ebene der Kirchenkreise und Pröpste schon eher mit dem Ziel das Nordelbische Miteinander zu stärken. Wichtig ist er auch für die Pastorinnen und Pastoren. Einmal im Jahr hat die Bischöfin unseres alten Sprengels zu einem gemeinsamen Konvent eingeladen. Das war ein sehr schöner Brauch. Ich habe mir sagen lassen, dass es so etwas im jetzigen Sprengel Hamburg nicht gibt. Ich wünschte mir im Hinblick auf den neuen Sprengel ,Hamburg und Lübeck’, dass dieser Brauch hier weitergeführt wird. 

 

>> Was wird anders durch den Sprengelwechsel? 

Der Wechsel ist von der Person her für uns wichtig. Frau Jepsen ist in der Öffentlichkeit weit über Hamburgs Grenzen hinaus eine präsente und bekannte Kirchenperson. Sie verkörpert Kirche nach außen. Und darüber kann dann auch Beziehung entstehen. 

>> Wird sich irgendetwas für das Zusammenspiel der Kirchenkreise ändern, wenn es demnächst nur noch zwei Sprengelbischöfe und einen Zentralbischof gibt? 

Für die einzelnen Kirchenkreise wird sich außer der Neuzuordnung, dass hier ein neuer Sprengel entsteht und uns eine neue Bischöfin zugeordnet wird, nicht viel ändern. Was den Landesbischof oder die Landesbischöfin anbelangt, das bleibt abzuwarten. Für unsere Gemeindeglieder ist es zunächst wichtig zu wissen, wer ist mein Gemeindepastor oder meine Gemeindepastorin, wer tauft meine Kinder, wer konfirmiert, wer traut und wer beerdigt. Das ist für ganz viele Menschen der zentrale Punkt, und das wird auch so bleiben. 

>> Nun spricht ja vieles dafür, dass demnächst im Rahmen der Nordkirche doch wieder ein dritter Sprengel hinzukommt. Wird sich dadurch etwas in der Arbeit des Sprengels ändern? 

Es wird sich eher die Wahrnehmung unserer gesamten Kirche ändern. Die Schwergewichte auch im regionalen Bereich könnten sich ein bisschen nach Osten verschieben. Ich selber finde den Gedanken einer Landeskirche, die den Bereich von Pommern und Mecklenburg bis Hamburg und Schleswig-Holstein umfasst, sehr reizvoll. Ein bisschen Sorge habe ich allerdings auch, ob wir diese Größe auch wirklich füllen können mit all ihren Entfernungen. 

 

>> Gibt es einen offiziellen Startpunkt für die neue bischöfliche Zuordnung? 

Das offizielle Datum für den neuen Sprengel ist der 1. Oktober. Ab dann ist Maria Jepsen auch für den Kirchenkreis Pinneberg Bischöfin. Wir hätten sie natürlich gerne schon am 5. Oktober zum Erntedankfest und Kirchenjubiläum in Pinneberg-Waldenau gehabt, aber da waren wir einen Tick zu spät in der Nachfrage, weil das Landeserntedankfest dann schon für Bargteheide festlag. Aber ich habe schon einige Ideen, wie wir ihr unseren Kirchenkreis vorstellen können. 

>> Vielen Dank!

Das Interview führte Andreas-M. Petersen