Flüchtlingarbeit Ombudsfrau zieht erste Bilanz

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Hamburger Ombudsfrau für das Thema "Flüchtlinge": Annegrethe Stoltenberg

Die Hamburger Ombudsfrau für die Flüchtlingsarbeit Annegrethe Stoltenberg zieht nach 100 Tagen Arbeit eine erste Bilanz. Die Zusammenarbeit mit Behörden und Politik lobt sie als „sehr kooperativ“, dagegen werde die Situation für die Menschen, die in einer der Erstaufnahmestellen lebten, immer schwieriger.

Anders als geplant, lebten knapp 3.000 Menschen bereits länger als ein halbes Jahr in einer Hamburger Erstaufnahme. Es handelt sich nach den Worten Stoltenbergs häufig um "schwierige Fälle", die zum Teil schon lange auf eine Entscheidung über ihr Bleiberecht warten. Weil bereits einige Erstaufnahmen geschlossen wurden, mussten einige Flüchtlinge öfter von einer leer gewordenen in eine volle Erstaufnahme umziehen. Damit erhöhe sich das Konfliktpotenzial. Sinnvoll wäre es, die Qualität der Erstaufnahmen zu verbessern.

Einen weiteren kritischen Punkt sieht die frühere Landespastorin, wenn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit 18 Jahren erwachsen werden und aus ihrer begleiteten Wohngemeinschaft in eine öffentliche Unterkunft wechseln müssen. Hier sei eine bessere Begleitung sinnvoll.

50 bis 60 Fälle hat die Ombudsstelle in den ersten 100 Tagen bearbeitet. Meist seien es Geflüchtete, die um eine Verlegung oder Familienzusammenführung bitten. Die Unabhängigkeit ihres Amtes erlebe sie als "sehr attraktiv". Die Stelle kann von Geflüchteten, Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden und Bürgern angefragt werden. Die Beratungen sind kostenlos und vertraulich. Eine Befassung mit ausländerrechtlichen Fragen und laufenden Gerichtsverfahren ist nicht vorgesehen. Bundesweit arbeiten vier Ombudsstellen in der Flüchtlingsarbeit.

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