Propst Claussen wird EKD-Kulturbeauftragter

Propst Johann Hinrich Claussen

Hamburg - Der Hamburger Propst Johann Hinrich Claussen wird neuer evangelischer Kulturbeauftragter. Der 51-jährige Hauptpastor folgt Petra Bahr nach, die im vergangenen Jahr zur Konrad-Adenauer-Stiftung gewechselt war. Seine neue Aufgabe als Kulturbeauftragter und Leiter des EKD-Kulturbüros in Berlin übernimmt Claussen voraussichtlich im Februar 2016.

Er freue sich auf die neue spannende Aufgabe, sagte Claussen gegenüber kirche-hamburg.de. Ihm liege daran, die „Schnittstelle“ zwischen Kultur und Kirche neu auszuloten und zu bewegen. Dazu gehöre auch die Aufklärung darüber, wieviel „Kulturkraft“ im Christentum enthalten sei.

So seien Gottesdienste und Rituale, Musik und Gebäude, sowie die Sprache der Bibel immer auch künstlerische Ausdrucksformen. In seiner neuen Funktion wolle er im Austausch mit kirchlichen und kulturellen Akteuren Anregendes und Innovatives auf die Beine stellen. Aus Hamburg nehme er dafür nicht nur die Erfahrung gelungener Kollegialität mit, sondern auch seine Verbindungen zu den großen Printmedien und dem NDR.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte, als Publizist und Theologe genieße Claussen über Fachkreise hinaus hohe Anerkennung. Er sei ein "ausgesprochener Glücksfall" für die evangelische Kirche. Damit bezog er sich auch auf Claussens Habilitationsschrift, die sich dem Thema Glück widmete. Die Stelle eines Kulturbeauftragten wurde 2006 eingerichtet, um die besondere kulturpolitische Verantwortung der Kirche auf Bundesebene wahrzunehmen.

Sein Bestseller wurde sogar ins Japanische übersetzt

Claussen ist seit 2004 Propst im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Seit 2007 ist er zudem Hauptpastor von St. Nikolai. Er studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Vor dem Vikariat ging er für ein Jahr nach Argentinien. 1996 promovierte Claussen. Im selben Jahr wurde er zum Pastor der Nordelbischen Kirche ordiniert und trat seine erste Pfarrstelle in Reinbek bei Hamburg an. Seit 2011 ist der Theologe auch Präsident des bundesweiten Evangelischen Kirchbautages.

Claussen lehrt an der Uni Hamburg evangelische Theologie und schreibt regelmäßig für überregionale Medien wie "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel". Zudem liegen von ihm zahlreiche Buchveröffentlichungen vor, darunter "Gottes Klänge. Eine Geschichte der Kirchenmusik". Verbreitung bis nach Japan fand sein 2006 erschienener Bestseller „Die 101 wichtigsten Fragen – Christentum“. Der passionierte Radfahrer ist verheiratet und hat drei Kinder.

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