Kirchentag Rückblick

„Lieber eine offene Kirche als eine geschlossene Anstalt!“

Dieses Zitat einer Kabarettistin brachte auf den Punkt, was ich von verschiedenen Redner/innen auf dem Kirchentag in mehreren Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen zu den Themen ,Identität , Aufgabe und Zukunft von Kirche und Gemeinde' hörte: Kirche muss eine offene, liebevolle, einladende und gastfreundliche Ausstrahlung haben, Weggemeinschaft sein – nicht das „Prinzip Warmhaltekanne: nach innen warm halten und nach außen nichts abstrahlen“!

Die hannoversche Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann ermutigte in ihrer klaren und angenehmen Art unter anderem dazu, fröhlich auszustrahlen, „dass wir an einen Auferstandenen glauben und nicht an einen Toten“ und entlastete die Zuhörer/innen schließlich mit einem Zitat Martin Luthers: „Wir sind’s doch nicht, die die Kirche erhalten könnten, sondern, der ist’s gewesen, ist’s noch und wird’s sein, der da sagt: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“.

Und: Kirche wird neu, wenn sie zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Jesus Christus als Mitte, die Gemeinschaft der Glaubenden um diese Mitte, dann wendet sie sich Anderen einladend zu und engagiert sich schließlich für Bedürftige in der Gesellschaft.

Besonders eindrücklich waren für mich auch die Bibelarbeiten von Jörg Zink und ein liturgisches Konzert eines Osnabrücker Chores mit einem kurzen Vortrag des niederländischen Theologen Huub Oosterhuis. Auch die Begegnungen mit vielen (alten) Weggefährten und die Besuche im Pavillon der Stille taten mir gut.

Katrin Obermeyer, Martin-Luther-Haus Uetersen