SEBALT (,SElbstBestimmt ALTern’) SEBALT (,SElbstBestimmt ALTern’)

Die Arbeit mit und für Menschen in der zweiten Lebenshälfte gerät immer mehr in den Blickpunkt kirchlichen und gesellschaftlichen Handelns. Das ist keine Überraschung, ändert sich doch die Altersstruktur kontinuierlich. Der Anteil an Alten Menschen in der Gesellschaft steigt ständig. „Es wird immer wichtiger im Bereich der Seniorenarbeit, einen Rahmen zu schaffen, wo Menschen sich präventiv mit ihrem Altern beschäftigen können,“ erklärt Martha Wiehnbröcker, Leiterin der Altenarbeit im Kirchenkreis Niendorf.

 


Der Ort der Arbeit mit alternden Menschen ist die Kirchengemeinde. „Das soll auch künftig so bleiben,“ versichert Wera Lange, Seniorenarbeiterin im Kirchenkreis Pinneberg. Aber die klassischen Seniorenkreise in den Gemeinden seien häufig von Menschen um die 80 Jahre besucht. SEBALT soll hier neue Zugänge auch für jüngere Senioren eröffnen. Schließlich ergeben sich in der Mitte des Lebens ganz andere Fragestellungen an Lebenssinn und Lebenswert. „Hier geschieht noch einmal eine ganz neue Ausrichtung auf Lebens- und auch Glaubensfragen.“

Zunächst gehe es bei der Fortbildung darum, sich selbst mit dem Thema des Alterns auseinanderzusetzen, erläutert Kirsten Sonnenburg vom Fortbildungswerk „Drei F“ des Kirchenkreises Alt-Hamburg. Erst dadurch würden die Mitarbeiterinnen sprachfähig und umsetzungsfähig in der konkreten Arbeit, ganz gleich, ob die neuen Kompetenzen in Gruppen oder in der offenen Seniorenarbeit eingebracht würden. Kirsten Sonnenberg verweist auf JULEICA, die im Jugendbereich bewährte Qualifizierung. „Ganz ähnlich arbeiten wir auch bei SEBALT.“

Sechs Wochentage und ein Wochenende dauert die Ausbildung, bis am Ende die Zertifikate überreicht werden. Danach soll versucht werden, allen Teilnehmenden die Möglichkeit zur Anwendung des Gelernten zu vermitteln. Der erste Durchgang startete Mitte Februar. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich schnell und ohne große Werbung angemeldet, die jüngste Jahrgang 1967. „Das zeigt das große Interesse an dem Kurs,“ freut sich Wera Lange. „Wir gehen davon aus, dass SEBALT zu einem festen Bestandteil unserer Arbeit wird.“

In Nordelbien blickt man gespannt auf die Auswertung und die Ergebnisse dieses Pilotprojekts. Schließlich ist geplant, dass das Konzept von SEBALT auch in anderen Regionen der nordelbischen Kirche umgesetzt wird. „Wir profitieren sehr davon,“ so Wera Lange, „dass es jetzt endlich einen nordelbischen Seniorenbeauftragten gibt. Das wertet unsere Arbeit wirklich auf.“ Und das scheint nötig angesichts der Veränderung unserer Gesellschaft.