Stark für andere Stark für andere

  • Rund 9.000 Gesprächstermine der diakonischen Beratungsstellen, 

  • fast 150.000 Teilnehmerstunden in der Familienbildungsstätte, 

  • 64.000 Teilnehmerstunden bei den Integrationskursen des Migrationsvereins, 

  • über 1.000 Teilnehmer/innen an der Präventionsarbeit der Suchtberatung, 

  • weit mehr als 800 Klienten in der Wohnungslosenberatung – 

     

das ist nur ein Teil der beeindruckende Zahlen, die die diakonischen Einrichtungen des Kirchenkreises bei der Präsentation ihrer Jahresberichte für das Jahr 2007 vorlegten. 

Dabei profitieren die Einrichtungen von der räumlichen Konzentration in der Bahnhofstraße, die mittlerweile anerkennend auch ,Kirchenmeile' genannt wird. 

 

Diese Konzentration fördert die schnellen Wege für die Klienten ebenso wie die Zusammenarbeit der Einrichtungen selbst. Einige neue Angebote konnten geschaffen werden. So bietet die Familienbildung eine Kinderbetreuung für Mütter, die einen Integrationskurs beim Diakonieverein Migration besuchen. Ein anders Beispiel ist die allgemeine Sozialberatung, die bei Bedarf schnell Kontakte mit der richtigen Beratungsstelle herstellen kann. 

Übereinstimmend berichteten die Beratungsstellen, dass bei ihnen eine zunehmende „soziale Kälte“ spürbar werde. So berichtete Susanne Epskamp (Wohnungslosenhilfe) von zunehmenden Zahl von Menschen, die ohne Hilfe der Beratungsstelle kaum eine Chance hätten, auf dem Wohnungsmarkt im Großraum Pinneberg Erfolg zu haben. 

 

Pastor Reinhard Dircks und seine Mitarbeiter/innen (Familien- und Lebensberatung) stellen fest, dass die Streitintensität bei Ehescheidungen zunehmen – unter anderem auch bedingt dadurch, dass immer mehr getrennte Familien aus finanziellen Gründen in der alten Wohnung zusammenbleiben müssten. Daneben nähmen die Fälle zu, die an Erfolgsdepressionen als Auswirkungen des beruflichen Drucks leiden. 

 

Die Familienbildungsstätte richtet ihre Eltern-Kind-Kurse (bisher bis zum 3. Lebensjahr) zunehmend für Kinder im 1. Lebensjahr aus, weil die Mütter zunehmend früher in ihre berufliche Tätigkeit zurückkehren. „Das ist nicht nur ein Ergebnis des Selbstbewusstseins der Mütter. Vielfach haben junge Frauen Angst, ihre berufliche Laufbahn aufs Spiel zu setzen“, sagt Gudrun Gaden, Leiterin der Familienbildungsstätte. 

Als Ergebnis ihrer Präventionsarbeit an Schulen wird die Suchtberatung ihr Augenmerk verstärkt auf die steigende Zahl von Essstörungen und Medienkonsum richten wird. 

Und auch im Bereich der Migrationsarbeit wird spürbar, dass staatliche Fördermöglichkeiten vor allem die unterstützen, die über Möglichkeiten verfügen, sich selber zu helfen. Schwieriger sei das für Menschen, die von Transferleistungen lebten. „Hier nimmt Pinneberg eine traurige Spitzenposition ein. 43% der Kinder mit Migrationshintergrund leben von staatlicher Unterstützung“. 

Auch wenn sich in im kommenden Jahr durch die Zusammenlegung der Kirchenkreiss die Struktur der Diakonischen Arbeit ändere, die konkrete Arbeit mit den Menschen vor Ort bleibe gleich, betonte zum Abschluss der Präsentation Diakoniepastorin Maren von der Heyde.

 

Zum Foto: Sie leiten die diakonischen Einrichtungen an der Pinneberger Kirchenmeile (v.l.): Gudrun Gaden (Familienbildung), Reinhard Dircks (Familien- und Lebensberatung), Heidi Ehrenberg (Suchtberatung), Susanne Epskamp (Wohnungslosenberatung), Angelika Lahmann (pino cafe und Allgemeine Sozialberatung) und Ludger Fischer (Diakonieverein Migration).

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