Kirchengemeinde Niendorf lädt zum Surfcamp „Surfen ist wie eine aktive Meditation“


Meer, Sommer und Wassersport: Wer bei diesem Dreiklang einen schnelleren Puls bekommt, sollte sich das erste Surfcamp der Kirchengemeinde Niendorf nicht entgehen lassen. Ob Kiten, Wellenreiten, Stand-up-Paddeln oder Windsurfen: Könner sowie Einsteiger dieser Wassersportdisziplinen kommen gleichsam auf ihre Kosten. Ort des Camps vom 7. bis 14. September ist das dänische Hvide Sande an der Nordsee. Anmeldungen sind noch möglich. Die Veranstalter und Reisebegleiter Pastor Hendrik Höver und Kirchenmusikerin Gudrun Fliegner sprechen vorab im Interview über Idee und Inhalte ihres ersten Surfcamps.  

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Surfcamp zu veranstalten?
Hendrik Höver: Wir wollten etwas "Neues" machen, was mit Kirche nicht auf den ersten Blick identifiziert wird. Es ist ein Versuch die Zielgruppe zu erreichen, die in unserer Gemeinde oft unter den Tisch fällt: junge Erwachsene, oder zumindest: jung gebliebene. Und da wir beide selber gerne surfen, dachten wir es könnte anderen vielleicht ähnlich ergehen.
Gudrun Fliegner: Niendorf eine extrem wassersport-affine Gemeinde: Ob die windsurfende Pastorin, diekitesurfende Familie einer anderen Pastorin, der wellenreitenden Pastor, die windsurfenden Kirchenmusikerin, die tauchende Gemeindesekretärin. Und so fiel die Idee für ein Surfcamp sofort auf fruchtbaren Boden.

Ist das die erste Veranstaltung aus der Gemeinde, die Surfen und Kirche zusammenbringt?
Gudrun Fliegner: Ich bin seit 2008 in Niendorf und ich glaube, seitdem ist es die erste Aktion in dieser Richtung. Aber das Gymnasium Bondenwald bietet in der Mittelstufe eine Klassenreise mit Wassersport an. Oft entscheiden sich die Schüler für das Windsurfen. Daher gibt es in Niendorf doch einige Jugendliche, die das schon einmal gemacht haben.

Können Sie beide schon surfen?
Gudrun Fliegner: Ja. Windsurfen war ein durchaus langgehegter Traum. Aber als Jugendliche aus NRW war das nicht so einfach. Meinen Anfängerkurs habe ich 2009 auf Borkum gemacht und seit 2013 bin ich "Urlaubssurferin".
Hendrik Höver: Ich bin seit einigen Jahren  begeisterter Wellenreiter. Wobei ich mich diesbezüglich auch nur in den Urlauben betätige. Das geht in Hvide Sande auch, hängt aber stark vom richtigen Wetter ab. Aber selbst wenn die Wellen schlecht sind, versuche ich mich gerne einmal im Windsurfen oder Kiten.

Kirche und Surfen: Wie passt das zusammen?
Hendrik Höver: Ich denke gut. Die Bibel ist voller Erzählungen und Gleichnissen auf, im und unter dem Wasser. Aber anders als bei Jesu Sturmstillung, können wir beim Surfen etwas Wind und Weller gut gebrauchen.
Gudrun Fliegner: Ich denke auch, dass es gut passt: Man erlebt die Nähe zu Gottes großartiger Schöpfung völlig neu. Man darf mit und in ihr spielen – was für ein schönes Geschenk! Es gibt auch immer Situationen, zum Beispiel kurz vor dem Sturz, in denen eigentlich jeder betet (lacht). Naja, das ist nicht ganz ernst gemeint. Es geht um die Gemeinschaft, die wir erleben, die Freude, die wir zusammen empfinden, um Freundschaften in der Kirchengemeinde.

Kirche und „hang loose-Haltung“: Wie passt das zusammen?
Gudrun Fliegner: Surfen erzieht uns, wieder ganz im Moment und bei uns zu sein, wie eine aktive Meditation.

Was sind die „geistlichen Impulse“ auf dem Camp?
Hendrik Höver: Das Thema Surfen lädt natürlich zu besonderen Zugängen und Formaten ein. Sagen wir mal so: Auch wenn man bei einem unfreiwilligen Tauchgang hoffentlich nicht solange wie Jona unter Wasser bleibt, so sind auch hier Gottesbegegnungen nicht ausgeschlossen. Das Surfen lehrt mich zumindest, auf die innere Stimme und den eigenen Körper zu hören. Denn nur wenn man die Balance findet und mit der Welle arbeitet und nicht gegen sie, kann es gelingen. Genau wie im wirklichen Leben. Aber für alle Angebote gilt: Alles kann, nichts muss.
Gudrun Fliegner: Und ein bisschen Musik wird auch dabei sein. Wir packen Liederbücher ein, damit wir auch zusammen singen können – freiwillig natürlich (lacht).

Sind noch Plätze für das Camp frei?
Hendrik Höver: Es sind noch einige Plätze frei, um unsere Zielmarke von 20 Teilnehmenden zu erreichen, damit die Freizeit stattfinden kann.
Gudrun Fliegner: Wir werden am 1. Juni entscheiden müssen, ob wir bis dahin diese Zielmarke erreicht haben. Wir sind aber ganz optimistisch.

Infos kompakt:

Zeit: 7. bis 14. September 2018
Ort: Hvide Sande (Dänemark), Unterkunft: Gruppenhaus nahe Hvide Sande in Årgab mit Blick auf den Fjord
Kosten: 230 Euro im Doppelzimmer, 350 Euro im Einzelzimmer zzgl. Anreise und Wassersport (Anreise in Fahrgemeinschaften)
Anmeldungen an surfcamp@kirche-in-niendorf.de
Infos unter: https://www.kirche-in-niendorf.de/angebote/kinderjugend/jugend/surfcamp.html