Vorhandene Schätze heben Vorhandene Schätze heben

„Wachsen gegen den Trend“ – Thies Gundlach, Oberkirchenrat der EKD, wird nicht müde, dies immer wieder als Aufgabe und Verheißung der Kirche zu benennen. So auch bei seinem Referat zum Impulspapier ,Kirche der Freiheit’ vor den Synodalen des Kirchenkreises.

 


Den Grund für sein Werben sieht er in den grundlegenden Veränderungen, die er zur Zeit in der Gesellschaft beobachte. „Der Traditionsabbruch, der gesellschaftlich zu beobachten sei, treffe die evangelische Kirche ganz besonders,“ ist Thies Gundlach überzeugt. Denn sie könne nicht mehr auf Selbstverständliches aufbauen. Das werde ihre Arbeit grundlegend ändern müssen. „Wir müssen uns überlegen, wofür wir eigentlich stehen. Vielfalt ist jedenfalls kein Profil.“

Kirche müsse sich wieder ihrem Kerngeschäft zuwenden und ihre Schätze entdecken. Davon gäbe es in der protestantischen Kirche eine ganze Menge. Gundlach nannte die Sehnsucht nach Gott, die Möglichkeit zur Lebenserneuerung und die Gemeinschaft als Alleinstellungsmerkmale der protestantischen Kirche. Gott zu entdecken in einer scheinbar gottfreien Welt, die Kirchen als „Sehnsuchtstationen“ und eine Sprache, die Menschen ihren Weg öffnen – all das Schätze, die es für die evangelische Kirche zu heben gelte.

Dazu müsse sich, so die Überzeugung des EKD-Mannes, die evangelische Kirche von einer Institution in eine Organisation wandeln. Also nicht davon ausgehen, dass die Menschen schon kämen, sondern fragen, wie christliche Religion einladend und überzeugend zur Sprache gebracht werden kann. Darin sehe er die Aufgabe der evangelischen Christen.