Woche der Sucht Woche der Sucht

„Haben Sie auch ein bisschen Koks dabei?“ Diese Frage kennen die beiden Suchtpräventionskräfte Anja Keller (Diakonisches Werk Pinneberg) und Luzie Rehbein (therapiehilfe e.v.) mittlerweile. Sie kommt regelmäßig, wenn sie zur Präventionsarbeit in eine Schulklasse kommen.

Anders war es jetzt auch nicht in der Matthias-Claudius-Realschule in Pinneberg. Im Rahmen der DHS-Suchtwoche wurde dort ein je eintägiges Präventionsprojekt für die drei 7. Klassen der Schule durchgeführt. Die beiden Präventionsarbeiterinnen wollen vor allem erreichen, dass die Jugendlichen einmal wieder neu über ihr eigenes Verhalten nachdenken. Warum sitze ich jetzt am Fernseher oder Computer? Wie lange tue ich das? Gewinne ich Freunde im Chat? Was finde ich gut, wenn ich die Shisha rauche? Und ähnliche Fra

gen mehr. Sie wollen die Jugendlichen sensibel machen für das eigene Verhalten. Regelmäßig seien die Schülerinnen und Schüler überrascht über die Bandbreite verschiedener Süchte. Neben den illegalen Drogen stehen Alkohol und Zigaretten. Auch im Essverhalten zeigen sich Abhängigkeiten, beim Kaufen, beim Chatten, selbst bei Extremsport können Süchte entstehen.

Etwa 25 Projekte pro Jahr führen die beiden Präventionsfachfrauen an den Schulen von Pinneberg und Umgebung durch. Der Anstoß zum eigenen Nachdenken sei ihnen das wichtigste Element an ihrer Arbeit. Aber daneben stünde, dass sie sich bekannt machen und Vertrauen aufbauen. „Dann kommen auch schon mal welche nach einem solchen Projekt und holen sich Rat bei uns“, berichtet Anja Keller.

„Ganz o.k.“ lautet die Antwort der Schüler auf das Projekt auf die Frage, wie es war. Aus dem Mund der Lehrerinnen klingt es so: „Wir sind ja nicht dabei bei dem Projekt, aber wir haben durchweg ein positives Echo erhalten,“ sagen die beiden Klassenlehrerinnen Maike Endermann (7a) und Silke Werner (7c).

Ganz entscheidend für die Heranwachsenden ist das Umfeld, in dem sie aufwachsen. Deshalb gehört ein abschließender Elternabend immer zu einem Präventionsprojekt dazu. „Natürlich wollen die Eltern am liebsten wissen, wie es in der Klasse mit Rauchen und Trinken zugeht. Aber wir halten uns strikt an die Schweigepflicht, die wir haben,“ betont Anja Keller. Und Luzie Rehbein fügt hinzu: „Unsere Arbeit lebt schließlich vom Vertrauen der Schülerinnen und Schüler.“

Auf dem Gebiet der Stadt Pinneberg sind die Beratungsstellen der Diakonie und des Therapiehilfevereins eine Kooperation eingegangen. Die Diakonie begleitet vor allem Menschen, die von legalen Drogen (Alkohol, Zigaretten, …) abhängig sind, während die Therapiehilfe sich mehr mit den Problemen illegaler Drogen beschäftigt.