Geschlechterbilder in der jüdischen religiösen Poesie der Pijutim

In diesem Workshop liegt der Fokus auf Geschlechterbildern und -konstruktionen in ausgewählten Pijutim. Ein Pijut ist eine für den liturgischen Gebrauch bestimmte Dichtung, die im jüdischen Gottesdienst gesungen bzw. vorgetragen wird. Daher prägen Pijutim den Glauben und die Rollenvorstellungen der Menschen entscheidend mit. Als Beispiel werden die biblischen Stammmütter Sara, Rebekka, Rachel und Lea herangezogen, auf die sich auch die anderen monotheistischen Religionen beziehen. Sie sind gemäß der biblischen Tradition lange unfruchtbar, bevor sie für die Geschichte Israels entscheidende Kinder zur Welt bringen (Isaak, Jakob, die Ahnen der zwölf Stämme Israels). Mit dem Thema der Unfruchtbarkeit Saras wird ein geschlechtsspezifisches Problem aufgegriffen, das bis heute auch in unserer Gesellschaft vor allem als Problem von Frauen betrachtet wird. Keine Kinder bekommen zu können, ist nach wie vor ein gesellschaftlicher Makel. Von hier aus sind auch Verbindungen mit aktuellen Debatten um Reproduktionsmedizin möglich.

Prof. Dr. Ophir Münz-Manor ist einer der wenigen Kenner dieser besonderen Texte, die sonst für Außenstehende kaum zugänglich sind. Die Texte werden in deutscher Übersetzung vorliegen.

Gefördert von der Ev. Akademie der Nordkirche

Referent: Prof. Dr. Ophir Münz-Manor, Jerusalem, derzeit Gastprofessor an der Universität Hamburg

Kosten: 5 € (inkl.Imbiss)

Anmeldung: gabriele.biell@kirchenkreis-hhsh.de, Tel. 040 558 220-156

Weitere Informationen

Veranstalter Frauenwerk im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein Max-Zelck-Straße 1, 22459 Hamburg

Leitung Irene Pabst (Frauenwerk der Nordkirche), Dr. Michaela Will (Frauenwerk Hamburg-West/Südholstein), Dr. Hans Christoph-Goßmann (Jerusalem-Akademie)

Ort Dorothee-Sölle-Haus (Königstraße 54, 22767 Hamburg) Weitere Veranstaltungen an diesem Ort

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