Der Gottesdienst fällt aus - die Kirche ist offen

Mit Bonhoeffer durch die Karwoche

Liebe Gemeinde,
wir bedenken in der Karwoche das Leiden und Sterben Christi. Dietrich Bonhoeffer ist am 9. April 1945 vom Nazi-Regime für seine Mitwirkung am Widerstand hingerichtet worden. Sein 75. Todestag fällt in diesem Jahr genau auf den Gründonnerstag! Ein Jahr vor seinem Tod schrieb Bonhoeffer im Gefängnis ein Gedicht über Gott und die Menschen. Ich möchte mit Hilfe dieses Gedichtes von Dietrich Bonhoeffer über Jesu Leiden und Sterben nachdenken:

(Bonhoeffer:)

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

 


Gründonnerstag: Einst versprach Gott dem Mose in der Wüste: „Ich bin da!“. Er machte sein Versprechen wahr, als er sein Volk aus der Sklaverei befreite. Am letzten Abend vor seiner Gefangennahme gibt auch Jesus seinen Freunden dieses Versprechen: „Ich bin da.“ Wenn ihr Brot und Wein miteinander teilt, bin ich mitten unter euch! Aber dieses Versprechen enthält aber auch eine Bitte, ja eine Aufforderung, nämlich: Bleibt dabei! Teilt Brot und Kelch in meinem Geist. Lebt und wirkt in meinem Geist. Steht zu mir!

Später in der Nacht, im Garten Gethsemane treffen wir Jesus wieder: betend, bedürftig und in Ängsten. Wenn doch dieser Kelch an ihm vorüber gehen könnte! Ein Mensch, ein Gott, der Beistand sucht! „Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet!

 

(Bonhoeffer:)

Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.

 

Karfreitag: Ein Gott, der leidet?! Ein Gott, der nirgends sonst mehr zu finden ist als mittendrin, - „ verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod!“ So haben wir es uns nicht gedacht!

Verhöhnt, verschmäht, verlassen geht Jesus seinen Weg.

Einer trägt ihm das Kreuz – notgedrungen, aber vielleicht nicht vergeblich.

Wenige stehen unter seinem Kreuz in Trauer und Treue vereint.

Viele spotten, quälen und verachten ihn. Sie wissen nicht, was sie tun.

Einer aber begreift! Einem Menschen, ein Römer ausgerechnet, geht die ganze Wahrheit der Geschichte auf. Er erkennt: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“

Das erste christliche Bekenntnis! (Markus 15, 20 – 41)

 

(Bonhoeffer:)

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.

Weitere Informationen

Veranstalter Dietrich Bonhoeffer Kirche

Leitung Pastorin Birgit Vočka

Ort Dietrich Bonhoeffer Kirche Ellerbek Weitere Veranstaltungen an diesem Ort

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