Klimafasten 2020 - So viel du brauchst...

Die Zeit zwischen Aschermittwoch (26.02.) und Ostersonntag (12.04.) ist die Zeit der Einkehr und Umkehr. Traditionell gilt diese Zeit auch dem Verzicht. Das Motto „So viel du brauchst“ zeigt, dass es nicht immer weniger sein muss, sondern manchmal auch mehr. Zum Beispiel mehr Zeit für Familie, Freunde und sich selbst. Oder mehr Zeit zum Kochen oder sich zu bewegen und das Auto mal stehen zu lassen.

Nehmt euch Zeit, um herauszufinden, wie viel ihr braucht. Auf dieser Seite findet ihr Tipps und Anregungen, die euch dabei helfen, die gewohnten Wege zu verlassen und Neues auszuprobieren. Wählt jede Woche einen, zwei oder mehrere Impulse aus oder setzt ganz eigene Schwerpunkte.

Gute Erfahrung und viel Freude beim Klimafasten!

Materialien, Tipps & Ideen

www.klimafasten.de

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Klimafasten in der Nordkirche

www.kirche-fuer-klima.de/klimafasten-2020

 - Copyright: Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein, Lena Kühl
Aktion Klimafasten - So viel du brauchst

Programm des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein

Die Arbeitsstelle Weitblick des Kirchenkreises bietet unterschiedliche Veranstaltungen an, um Sie beim Klimafasten zu unterstützen.

Anmeldung und weitere Informationen bei Rebecca Wiehe (ökofaire Beschaffung), rebecca.wiehe@kirchenkreis-hhsh.de, Tel. 040 558220-217

  • Die Arbeitsstelle Weitblick lädt ein zu einem Ausflug in das Klimahaus Bremerhaven 8°Ost. Hier wird uns rund um den Globus eine Reise durch verschiedene Klimazonen der Welt geboten. Auf diesem Weg erfahren wir viel über das Klima, das Wetter und den Klimawandel.

    Datum: Samstag, 21. März 2020

    Uhrzeit: 8 Uhr bis ca. 19 Uhr (Start/Ende: Hamburg Hbf)

    Kosten: 18 Euro (inkl. Eintritt, Fahrtkosten, Mittagessen)

    Max. 20 Teilnehmende (ausgebucht, Warteliste möglich)

    Anmeldung bis zum 03. März 2020 bei Rebecca Wiehe

  • Fast jede Person hat sie zu Hause – alte und ungenutzte Handys. Sie nehmen nicht nur Platz weg, sondern sind auch ein Umweltproblem. Werden Sie falsch entsorgt, z. B. über den Hausmüll, gelangen Schadstoffe in die Umwelt und seltene Rohstoffe gehen der Wiederverwertung verloren.

    In dem Zeitraum vom 02. März bis zum 03. April 2020 haben Mitarbeitende des Kirchenkreises die Möglichkeit Ihre alten privaten Handys in die NABU-Sammelbox am Empfang zu werfen. Die Handys werden durch den NABU im Anschluss an ausgewählte Kooperationspartner weitergegeben, welche die Handys entweder aufarbeiten oder recyceln.

    Bitte löschen Sie sämtliche Daten von Ihren Handys bevor Sie diese in die Sammelbox werfen. Es wird keine Haftung übernommen.

    Weitere Informationen zur NABU Sammelbox finden Sie hier: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/aktionen-und-projekte/handysammlung/index.html?korken=2&BL=Hamburg&suchen=suchen

  • Jährlich fallen rund 157 Kilogramm Hausmüll (Restmüll) pro Person an. Das sind rund 13 Millionen Tonnen (Statistisches Bundesamt 2018). Doch was passiert eigentlich mit unserem Restmüll? Gemeinsam wollen wir die Müllverwertungsanlage Borsigstraße besichten und erfahren, wie aus Restmüll Energie gewonnen werden kann.

    Datum: Donnerstag, 26. März 2020

    Uhrzeit: 14 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)

    Ort: Borsigstraße 6, 22113 Hamburg

    Max. 15 Teilnehmende

    Anmeldung bis zum 16. März 2020 bei Rebecca Wiehe

  • Interessiert Ihre Kirchengemeinde ein spezielles Thema? Gerne kommen wir für einen Workshop zu Ihnen in die Kirchengemeinde. Diese können sich beispielsweise an den Wochenthemen von Klimafasten anlehnen:

    • CO2-Fußabdruck
    • Upcycling-Workshop
    • Energiesparen
    • Plastikfrei Leben

    Aber auch für andere Themen bieten wir Workshops an, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Bitte kontaktieren Sie hierfür Rebecca Wiehe.

1. Woche: Zeit für meinen ökologischen Fußabdruck

Wir Menschen in Deutschland verursachen im Schnitt 11 t Klimagase im Jahr, der eine nur 5 t und weniger, die andere 18 t und mehr, je nach Lebensstil. Es sind auch die täglichen Gewohnheiten, die den persönlichen Fußabdruck bestimmen und beeinflussen, wie stark wir zur Klimaerwärmung beitragen.

  • In dieser Woche...

    • teste ich meinen persönlichen ökologischen Fußabdruck,
    • informiere ich mich aktiv über den ökologischen Fußabdruck von den Produkten, die ich konsumiere
    • und entwickle Ideen, wie ich meinen ökologischen Fußabdruck verringern kann.
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2. Woche: Zeit für meine Energie

Ein wohlig warmes Wohnzimmer, Musik aus der Stereoanlage, eine gut beleuchtete Arbeitsfläche, eine warme Dusche… Zentralheizung und Strom machen das Leben angenehm. Aber dafür benötigen wir trotz vieler sparsamer Geräte immer noch sehr viel Energie. Je weniger, effizienter und bewusster wir heizen, beleuchten oder kochen und je mehr Sonne und Wind wir dazu nutzen, desto besser für das Klima und umso leichter fällt der Kohleausstieg.

  • In dieser Woche...

    • schaffe ich ein überflüssiges Elektrogerät in meinem Haushalt ab.
    • prüfe ich, welche Lichtquellen in meinem Haushalt noch nicht auf sparsame LEDs umgestellt sind.
    • senke ich die Zimmertemperatur um 1°C ab und merke, wie gemütlich ich mich mit meinem Lieblingspullover und einer schönen Decke auf das Sofa kuscheln kann.
    • schließe ich ein Strommessgerät (ausleihbar bei Stadtwerken, Verbraucherzentralen, Energieberatungen) an Elektrogeräte an und prüfe so, wo das größte Einsparpotential liegt.
    • schließe ich Türen von beheizten Räumen.
    • enteise ich Kühl- und Gefrierschrank.
    • überprüfe ich mein Lüftungsverhalten: Kippe ich noch oder stoßlüfte ich schon?
    • prüfe ich den Wechsel zu einem Ökostromversorger oder die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft.
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3. Woche: Zeit fürs Lebensmittelretten

Werfe ich viele Lebensmittel weg? Die meisten Menschen würden vermutlich "Nein" antworten. Trotzdem landet in Deutschland jedes zehnte Lebensmittel in der Tonne. Das ist nicht nur unverantwortlich angesichts 800 Mio. Hungerleidenden weltweit, sondern auch jammerschade: Die Herstellung von Nahrungsmitteln verbraucht Ressourcen, die mit dem Wegwerfen sinnlos verschwendet werden. Lernen wir in dieser Woche also, mit Lebensmitteln sorgsamer umzugehen.

  • In dieser Woche...

    • überprüfe ich, ob ich meine Lebensmittel richtig lagere und passe die Lagerung wenn nötig an, damit sie so lange wie möglich haltbar bleiben.
    • verschaffe ich mir einen Überblick darüber, welche Lebensmittel vordringlich aufgebraucht werden müssen und lade Freunde oder Familie zum gemeinsamen Restekochen ein.
    • überlege ich mir, was in den kommenden Tagen auf dem Speiseplan stehen soll und plane meinen Einkauf (Was habe ich vor? Esse ich zu Hause? Bekomme ich Besuch?).
    • entscheide ich mich im Supermarkt für preisreduzierte Produkte mit abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum oder besuche einen Supermarkt, der vom Handel ausgeschlossene Lebensmittel vergünstigt anbietet (z.B. www.sirplus.de).
    • registriere ich mich als Foodsharer auf www.foodsharing.de und biete meine überschüssigen Lebensmittel zur Abholung an oder bringe sie selbst zu einer Fair-Teller-Abgabestelle.

4. Woche: Zeit für faire Informations- und Kommunikationstechnologien

Ganz ehrlich: Nutzen wir nicht gerne und fast selbstverständlich Smartphone, Tablet und Co, genießen die Vorteile eines Smart TV und nutzen Streamingdienste? Machen wir uns bewusst, welchen Einfluss Computer, Internet und elektronische Medien auf unsere Umwelt und unser Klima haben. Lernen wir, wie wir durch einen bewussten Umgang mit IT viel Energie und Rohstoffe sparen können.

 

  • In dieser Woche...

    • verschaffe ich mir einen Überblick über die elektronischen Geräte in meinem Haushalt und überlege, welche ich davon wirklich brauche.
    • entwickle ich eine Strategie für weniger IT im Haus: z.B. mit Nachbarn einen Drucker teilen, ein DUAL SIM Smartphone für Geschäftliches und Privates.
    • reduziere ich meine Onlinezeit, denn der Betrieb von Rechenzentren und die Nutzung von Websuchen verbrauchen viel Energie.
    • berechne ich meinen Stromverbrauch meines PCs auf www.co2online.de (Der Durchschnitts-PC-Betrieb verursacht pro Jahr ca. 32 € Stromkosten und 58 kg CO2).
    • entschließe ich mich zur "Treue": Ich benutze meine Geräte so lange wie möglich und überprüfe, ob ich reparieren oder technisch nachrüsten kann.
    • informiere ich mich über die Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen in der IT-Industrie und Nachhaltigkeitssiegel im Elektronikbereich (z.B. EU-Ecolabel, TCO Certified, EPEAT Gold und Blauer Engel).
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5. Woche: Zeit für eine andere Mobilität

Bei der Belastung von Umwelt und Gesundheit durch Auto- und Reiseverkehr ist kein Fortschritt in Sicht: Die Länge der Staus auf den Straßen nimmt Jahr für Jahr zu – 2018 waren es unglaubliche 1.528.000 km. Der Flugverkehr über Deutschland stieg um 4,2 % gegenüber 2017. Bereits eine 14tägige Kreuzfahrt verursacht über 3 t CO2 pro Person. Solche Zahlen machen die  Suche nach klimafreundlichen und gesunden Alternativen dringender denn je.

  • In dieser Woche...

    • führe ich ein Mobilitäts-Tagebuch. Nehme ich für Fahrten unter 3 km das Auto? Das versuche ich in der Fastenzeit zu vermeiden.
    • plane ich den nächsten Urlaub: Wohin und wie kann ich klimafreundlich verreisen? Ÿ

      • Was bedeutet für mich Urlaub? Werden diese Bedürfnisse nur erfüllt, wenn ich weit weg reise?
      • Für die Anreise zum Urlaubsort prüfe ich die Optionen Reisebus und/oder (Nacht)Zug.
      • Bei Zielen im Ausland hilft u.a. www.kopfbahnhof.info.
      • Ich informiere mich über den öffentlichen Nahverkehr am Urlaubsort, über Fahrrad- und Autovermietung bzw. Carsharing-Angebote.
      • Ich suche nach umwelt- und klimafreundlichen Ferienzielen z.B. unter www.wirsindanderswo.de.

    • führe ich einen Frühjahrs-Check bei meinem Fahrrad durch.
    • halte ich mich auf der Autobahn an ein freiwilliges Tempolimit von 130 km/h.
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6. Woche: Zeit für ein plastikfreies Leben

Kunststoffe sind allgegenwärtig und haben unser Leben revolutioniert. Kein Wunder, denn kein anderes Material ist so vielfältig einsetzbar, so langlebig, leicht und formbar wie Plastik. Schätzungsweise wurden seit 1950 davon 8,3 Mrd. t produziert. Für manche Produkte ist es unersetzlich. Der überwiegende Anteil wird jedoch für sehr kurzlebige Verpackungen verwendet. Und jeder Deutsche produziert dadurch jährlich etwa 38 kg Plastikverpackungsmüll.

  • In dieser Woche...

    • messe ich, wieviel Plastikmüll in der letzten Woche angefallen ist. Welche Verpackung ärgert mich besonders?
    • versuche ich, möglichst plastikarm einzukaufen: Obst, Gemüse, Brot und Brötchen werden von mir in  Baumwollsäckchen eingepackt.
    • verschaffe ich mir einen Überblick über unnötiges Plastik in meinem Alltag und ersetze es: Mehrweg- statt Plastikstrohhalm, Wachstuch statt Frischhaltefolie, Mehrwegbecher statt Coffee-to-go-Becher – es gibt zahlreiche Alternativen.
    • sammle ich den Plastikmüll erneut und verschaffe mir am Ende der Woche einen Überblick darüber, wie groß oder klein der Müllberg trotz meiner Bemühungen geworden ist: Auf was konnte ich leicht verzichten? Welche Umstellung funktionierte nicht oder nur  eingeschränkt?
    • mache ich einen Spaziergang und sammle auf meinem Weg so viel Plastikmüll auf, wie ich in der vergangenen Woche einsparen konn
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7. Woche: Zeit für gemeinsame Veränderungen

Die Fastenzeit neigt sich dem Ende zu und damit die Zeit, in der wir uns auf einen bewussten Umgang mit den Ressourcen in Gottes Schöpfung konzentriert haben. Am Osterfest freuen wir uns darüber, dass es jemanden gibt, der uns Kraft für Veränderungen schenkt und uns daran erinnert, dass wir zum Segen für unsere Mitgeschöpfe, Menschen, Tiere und Pflanzen werden können.

  • In dieser Woche...

    • organisiere ich einen Spaziergang mit Familie / Freunden / Mitbewohnenden, auf dem wir die Veränderungen des Frühlings in der Natur in Augenschein nehmen.
    • berechne ich meinen ökologischen Fußabdruck erneut mit meinen Veränderungen aus der Fastenzeit.
    • notieren wir für uns als sichtbare Erinnerung, welche Punkte wir weiter verfolgen möchten und überlegen, was ab sofort einen festen Platz in unserem Alltag einnehmen kann.
    • informiere ich mich über Initiativen für Klimaschutz an meinem Wohnort und der näheren Umgebung, suche das Gespräch mit engagierten Menschen dort und bringe mich ein.
    • erzähle ich anderen von meinen Erfahrungen und Erkenntnissen. Denn man weiß: Um andere zu motivieren, braucht es engagierte Vorbilder.