Klimafasten - So viel du brauchst...

Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag ist die Zeit der Einkehr und Umkehr. Traditionell gilt diese Zeit auch dem Verzicht. Das Motto „So viel du brauchst“, unter dem die Aktion Klimafasten steht, zeigt, dass es nicht immer weniger sein muss, sondern manchmal auch mehr. Zum Beispiel mehr Zeit für Familie, Freunde und für sich selbst. Oder mehr Zeit sich zu bewegen und das Auto mal stehen zu lassen.

Nehmt euch Zeit, um herauszufinden, wie viel ihr braucht. Auf dieser Seite findet ihr Tipps und Anregungen, die euch dabei helfen, die gewohnten Wege zu verlassen und Neues auszuprobieren. Nicht nur in der Fastenzeit!

Klimafasten 2019: 6. März - 20. April

Materialien, Tipps & Ideen

www.klimafasten.de

Klimafasten im Kirchenkreis

Workshop-Angebote für Kirchengemeinden

Klimafasten in der Nordkirche

www.kirchefuerklima.de/klimafasten

  - Copyright: Lena Kühl

1. Woche: Zeit für mich und meine Mitgeschöpfe

Fasten heißt innehalten und zur Ruhe kommen. Erleben Sie diese Zeit des Jahres bewusst als Gelegenheit, die Routinen des Alltags zu hinterfragen und sich nicht von Termin- und Zeitdruck hetzen zu lassen. Schenken Sie sich Momente der Entschleunigung und Orte der Einkehr.

  • In dieser Woche...

    • finde ich eine Struktur für meine Fastenzeit: Zu welchen Zeiten widme ich mich den Themen?
    • beginne ich ein Tagebuch: in Stichworten, als Collage mit Zettel oder Fotos.
    • schenke ich dem „Alltäglichen“ Aufmerksamkeit und suche einen anderen Blickwinkel auf meine Umgebung und meine Mitgeschöpfe.
    • schärfe ich meine Sinne. Der Frühling beginnt – welche Pflanzen / Tiere umgeben mich, wie entwickeln sie sich?
    • besuche ich einen Gottesdienst und danke Gott für die Schöpfung.
    • nutze ich meine Phantasie: Wie wäre unser Leben, wenn Achtsamkeit und Verbundenheit mit allem Lebendigen die stärksten Triebkräfte für unser Handeln wären – was würden wir tun oder was sein lassen?
    • lerne ich den ökumenischen Übungsweg „erdverbunden“ kennen.http://kurzelinks.de/1cf0
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2. Woche: Zeit für meinen Energiehaushalt

Ein wohlig warmes Wohnzimmer, Musik aus der Stereoanlage, eine gut beleuchtete Arbeitsfläche, eine warme Dusche… Zentralheizung und Strom machen das Leben angenehm. Aber dafür benötigen wir trotz vieler sparsamer Geräte immer noch sehr viel Energie. Je effizienter und bewusster wir heizen, beleuchten oder kochen und je mehr Sonne und Wind wir dazu nutzen, desto besser für das Klima.

  • In dieser Woche...

    • spiele ich mal wieder Kniffel, Scrabble oder Memory statt am Fernseher oder PC zu sitzen.
    • spüre ich der eigenen Kraft nach, ich rühre den Kuchenteig von Hand und
    • steige Treppen statt Lift zu fahren.
    • wasche ich meine Hände unter kaltem Wasser und messe den Warmwasserverbrauch meiner Dusche. Bei über 10 Litern pro Minute lohnt die Anschaffung eines sparsamen Duschkopfes. www.stromverbrauchinfo.de/wasser-sparen.php
    • überprüfe ich mein Lüftungsverhalten: Kippe ich noch oder stoßlüfte ich schon? Alle Fenster zum Lüften nur kurzzeitig weit öffnen spart bares Geld. www.co2online.de/energie-sparen
    • prüfe ich den Wechsel zu einem Ökostromversorger oder die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft. www.ok-power.de; www.energiegenossenschaften-gruenden.de
    • erfrage ich bei der Hausverwaltung, ob die Heizung hydraulisch abgeglichen und die Steuerung optimal eingestellt ist und ob bereits hoch-effiziente Heizungspumpen genutzt werden. www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung
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3. Woche: Zeit für achtsam kochen und essen

Fasten wird oft mit dem Verzicht auf Fleisch verbunden. Das bedeutet nicht allen Gaumenfreuden zu entsagen. Die Kunst besteht darin: Das, was ich esse und trinke, genieße ich in Ruhe und bewusst. Ein „Coffee-togo“ erfüllt dies sicher nicht, mit Freunden aus frischen Zutaten selbst kochen und genießen dagegen schon.

  • In dieser Woche...

    • koche ich selbst und probiere ein veganes Rezept aus.
    • verzichte ich auf Fleisch – wenn ich nicht ganz darauf verzichten möchte, dann nicht jeden Tag und ich wähle gezielt Produkte aus artgerechter Tierhaltung.
    • kaufe ich regionales und saisonales Obst und Gemüse. www.regional-saisonal.de
    • prüfe ich, ob das Abo einer Gemüsekiste etwas für mich wäre. www.oekokiste.de, www.biokisten.org
    • informiere ich mich, ob es in meiner Nähe direktvermarktende Bauernhöfe gibt.
    • verschaffe ich mir einen Überblick über meine Vorräte und prüfe, welche trotz vielleicht abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar sind.
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4. Woche: Zeit für fairen Konsum

„50% Rabatt beim zweiten Paar Schuhe!“, prangt es mir beim Einkauf entgegen, und den passenden Mantel erstehe ich gleich mit, auch wenn der Kleiderschrank schon überquillt. Wir werden ständig verführt, mehr zu kaufen und gratis mitzunehmen als wir eigentlich benötigen – oft zu Lasten von Umwelt und gerechten Arbeitsverhältnissen.

 

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5. Woche: Zeit, für anders unterwegs sein

Vielen scheint das Auto unersetzlich zu sein: Für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, für den Gottesdienst- oder Konzertbesuch, die „Taxi-Dienste“ für Kinder, für Freizeit und Reisen. Aber: Autos stehen die meiste Zeit ungenutzt herum. Können wir Autos anders nutzen? Welche Wege können wir mit Bus oder Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen? Das wäre aktiver Klimaschutz und tut auch der Gesundheit gut.

  • In dieser Woche...

    • führe ich ein Mobilitäts-Tagebuch: Für welche Wege nutze ich welches Verkehrsmittel? Für Kinder http://kurzelinks.de/qt21
    • nehme ich mir täglich Zeit, sehr bewusst einen Weg zu Fuß zu gehen.
    • ersetze ich das Auto durch Fahrgemeinschaften mit Nachbarn, Freunden oder über www.pendlerportal.de und nutze Rad, Bus oder Bahn!
    • sammle ich bei Freunden Verbesserungsvorschläge für Fuß- und Radwege / ÖPNV und melde diese der Stadt / Gemeinde.
    • probiere ich ein E-Bike, E-Lastenrad oder E-Auto aus. www.dein-lastenrad.de
    • informiere ich mich über die Aktionen „Stadtradeln“ oder „Mit dem Rad zur Arbeit“ und nehme daran teil. www.stadtradeln.de, www.mdrza.de
    • erkundige ich mich über Verkehrsunfallopfer und die örtliche Lärmund Luftbelastung.
    • entscheide ich mich endgültig gegen eine Flugreise im Sommer.
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6. Woche: Zeit für ein plastikfreies Leben

Kunststoffe haben viele hilfreiche Eigenschaften, aber 99,8 % haben einen großen Nachteil: Sie sind nicht biologisch abbaubar. Bis zum Jahr 2015 fielen 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll an, nur 9 % wurden wieder verwertet. 12 % wurden verbrannt und 79 % landeten auf Deponien oder in der Umwelt. Es gibt viele Möglichkeiten, einen plastikärmeren Lebensstil zu führen. Probieren Sie es aus…

  • In dieser Woche...

    • kaufe ich plastikfrei/-arm ein. Tipps: Stoffbeutel statt Plastiktüten, mitgebrachte Vorratsdosen, loses Obst und Gemüse, Produkte in Glasflaschen / Pfandbechern.
    • überprüfen wir als Konfi-Gruppe / Klimafasten-Gruppe die Plastikverwendung in der Gemeinde und machen Verbesserungsvorschläge.
    • teste ich Stückseife für die Haarpflege – diese lässt sich auch selbst herstellen. http://kurzelinks.de/j80h
    • untersuche ich meine Kosmetika auf Mikroplastik mit den gratis Smartphone-Apps „Code Check“ oder „Beat The Microbead“ und
    • verzichte auf belastete Produkte.
    • besuche ich in meiner Umgebung einen Unverpackt-Laden. Übersicht hier http://kurzelinks.de/3x79
    • organisiere ich einen Filmabend, zum Beispiel mit dem Film Plastic Planet. Mehr Filmtipps unter www.klimafasten.de
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7. Woche: Zeit für gemeinsame Veränderungen

Die Fastenzeit geht dem Ende entgegen und wir sind tiefer in Kontakt zu unseren Kraftquellen und spirituellen Wurzeln gekommen. Es ist Zeit, gemeinsam mit anderen über eine nachhaltige Veränderung unseres Handelns im Alltag nachzudenken. Als gesegnete Geschöpfe Gottes können wir zum Segen für unsere Mitgeschöpfe, Menschen, Tiere und Pflanzen werden.

  • In dieser Woche...

    • lade ich zu einer Andacht, einem Taizé-Abend oder einem Filmabend zum Klimafasten ein.
    • organisiere ich mit anderen aus der Gemeinde ein öko-faires Essen, um dabei Erfahrungen zu teilen und neue Partner/-innen für Veränderungen vor Ort zu finden. Rezepte dafür: http://kurzelinks.de/2g26
    • sage ich jedem Tag mindestens einem Menschen für etwas „Danke“.
    • plane ich eine Aktion im Laufe des Jahres, z.B. einen ökumenischen Schöpfungstag im Oktober. www.schoepfungstag.info
    • lege ich fest, welche Hinweise mich nach der Fastenzeit begleiten, setze das Begonnene fort und erstelle meinen persönlichen Jahresplan.
    • suche das Gespräch mit anderen Initiativen und plane meinen Besuch auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 23. Juni 2019. www.kirchentag.de