Kirchenfenster

Die Fenster der Versöhnungskirche wurden zum Teil von Gemeindegliedern zu bestimmten Anlässen gespendet, stellen also lebendige Kirchengeschichte dar. Soweit die Hintergründe zu den Fenstern bekannt sind, werden sie hier beschrieben. Am schönsten kommen die Fenster auf der Westseite der Kirche in der Nachmittagssonne zur Geltung, wenn das Licht bunt in die Kirche fällt.

© Dirk Rußmann

Fenster über dem Altar

In der Mitte steht der erhöhte Christus, der Herr der Welt, mit Heiligenschein und rotem Herrschermantel in einer Strahlenmandorla. Er erhebt die Hände segnend über seine Gemeinde.

Neben ihm sind zwei Engel dargestellt, wie in einer Aufwärtsbewegung erstarrt. Sie stehen nicht auf ihrer Wolke; sie können mit diesen ruhigen Flügeln aber auch nicht fliegen. Beide blicken auf zum Weltenherrscher. Sie tragen Spruchbänder und Botschaften für uns: der linke Engel hält die tröstliche Verheißung "Siehe, ich bin bei Euch alle Tage". Der rechte Engel trägt die ebenfalls tröstende Aufforderung: "Lasset Euch versöhnen mit Gott" - tröstend deshalb, weil damit gesagt wird, dass Gott bereit ist, uns diese Versöhnung zu gewähren.

Die äußeren Fenster zeigen wichtige Symbole unseres Glaubens: links sehen wir den Kelch und darüber den heiligen Geist "wie eine Taube"; rechts ist das Buch aufgeschlagen, die Bibel, mit den beiden Großbuchstaben Α und Ω, Alpha und Omega, Anfang und Ende der Welt. 

(Quelle: Gemeindebrief September 2011, Text von Hildburg Bothe)

Das Fenster wurde von Christel Kuball gestaltet. Das mittlere Fenster mit dem erhöhten Christus wurde aus Kollekten im Kindergottesdienst von Pastor Hahn bezahlt. Die beiden Thronengel finanzierte der Eilbeker Bürgerverein. 

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Fenster auf der Westempore

© Dirk Rußmann

Die Hochzeit zu Kana

Herr Pönitz, der Besitzer der Eilbeker Meierei, schenkte zu seiner goldenen Hochzeit 1935 das Fenster mit der Hochzeit zu Kana. Das Fenster wurde von Christel Kuball nach Johannes 2,1-12 gestaltet. 

Beschreibung aus Gemeindebrief Juni 2015 von Hildburg Bothe:
"Das Brautpaar ist völlig auf sich bezogen und bekommt von seiner Umgebung kaum etwas mit. Die Hände sind ineinander verknäult, die Braut hat die Augen züchtig niedergeschlagen, und er strahlt sie schüchtern an. Durch den roten Wandbehang werden sie optisch etwas aus dem Raum herausgenommen. Ganz rechts im dunkelblauen Kleid sitzt Maria, die einen kritisch-skeptischen Blick auf das Geschehen im Vordergrund wirft.
Jesus hält die rechte Hand segnend über die Wasserkrüge. Der Diener schaut auf ihn, nicht auf seine Arbeit. Eigentlich kann der Diener hinten links nicht schon den neuen Wein ausschenken. Aber der Gast erinnert mich sehr an alte Gemälde von 'dem Genießer' - oder er erwartet sich von der Feier nichts Gutes mehr im Glas."

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© Dirk Rußmann

Der verlorene Sohn

Das Fenster wurde von Reinhold Kerner gestiftet und von Christel Kuball nach Lukas 15,11-32 gestaltet. 

In der Mitte des Bildes nimmt der Vater den heimgekehrten Sohn, der vor ihm kniet, in die Arme. Links kommen schon die Diener mit Essen, Trinken und neuer Kleidung. Die Szene wird vom rechts stehenden zweiten Sohn sehr kritisch betrachtet, da sich dessen Freude über den Empfang des Heimkehrers in Grenzen hält.

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© Dirk Rußmann

Der barmherzige Samariter

Das Fenster wurde von Reinhold Kerner gestiftet und von Christel Kuball nach Lukas 10,25-37 gestaltet. 

Im Zentrum des Bildes steht der barmherzige Samariter, der den Verletzten versorgt. Die Straße macht einen Bogen von links unten über die rechte Seite und auf dem oberen Rand wieder zurück nach links. Dort sieht man die Reisenden, die an dem Verletzten in seiner Not vorbei gegangen sind. Auf dem Weg sind sie zwar weiter voran gekommen, aber es stellt sich doch die Frage, wie weit ihre innere Reise durch ihr Verhalten gehen wird.

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© Dirk Rußmann

Lasset die Kindlein zu mir kommen

Das Fenster wurde von Reinhold Kerner gestiftet und von Christel Kuball nach Matthäus 19,13-15 / Markus 10,13-16 / Lukas 18,15-17 gestaltet.

Die abgebildeten Kinder waren von links nach rechts: Gesa Hahn, die Tochter von Julius Hahn, sowie Karl, Elisabeth, Gabriele und Reinhold Kerner, die Kinder des Stifters.

Auszug aus der Beschreibung des Bildes im Gemeindebrief August 2011 von Hildburg Bothe: "Jesus wird in orientalischem Gewand in königlichem Rot gezeigt, mit Bart, langen Haaren und Heiligenschein, die Kinder aber tragen die damals übliche Sonntagskleidung. Dieser 'Zeitbruch' hat die Künstler eigentlich nie interessiert. Sie wollten etwas ausdrücken. Verständlichkeit war das Wichtigste. Dies Bild soll uns sagen: auch heute noch kümmert sich Jesus um uns und zwar besonders um die Kleinen oder die Erniedrigten."

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Fenster unter der Westempore

Unter der Westempore befinden sich 4 schmale Fenster

  • Die Heilige Nacht nach Lukas 1 und 2 / Matthäus 1 und 2
  • Jesu Taufe nach Matthäus 3,13-16 (gespendet von Reinhold Kerner)
  • Stillung des Sturms nach Lukas 8,22-15 / Markus 4,35-41 / Matthäus 8,23-27 (gespendet von Reinhold Kerner)
  • Die Emmaus-Jünger nach Lukas 24,13-35

Die Fenster wurden von Christel Kuball gestaltet. Sie werden hier als Collage abgebildet.

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© Dirk Rußmann

Fenster auf der Ostempore

© Dirk Rußmann

Die Salbung Jesu

Das Fenster wurde 1923 von Amalie Hagemann (verh. Floris) gestiftet und von Christel Kuball gestaltet. Die Salbung Jesu wird in verschiedenen Bibelstellen beschrieben: Markus 14,3-9 / Matthäus 26,6-13 / Lukas 7,36-50 / Johannes 12,1-8.

Frau Hagemann hatte ein Gelöbnis abgelegt, ihre Gewinne aus ausländischen Aktien der Versöhnungskirche zu schenken. "Sie ließ dem Weibe, das Jesu Füße küsst, ihre eigenen Züge geben." (aus den Erinnerungen von Pastor Julius Hahn).

Auszug aus der Beschreibung im Gemeindebrief Februar 2014 von Hildburg Bothe: "In der Mitte sitzt Jesus - mit dem Rücken zum Tisch, obwohl er doch zum Essen eingeladen war. Vor ihm liegt 'das Weib' nach rechts ausgestreckt und aus dem Bild laufend. Hinter ihr steht eine andere Gestalt in einem grünen Gewand. Diese drei bilden zwar keine Einheit, sind aber aufeinander bezogen, denn Jesus und die Person schauen auf die Frau im Vordergrund, welche ihrerseits ganz auf ihre Tätigkeit konzentriert ist.
Von dieser Gruppe abgeteilt sitzt der Gastgeber. Er sieht Jesus an; wenn auch nicht gerade freundlich. Er hat eine Hand auf dem Tisch liegen und dort steht auch etwas zu essen. Ansonsten ist der lange Tisch (noch?) leer.
Das Grün im Kleid der vierten Gestalt wiederholt sich im Überwurf des Pharisäers, auch ein Zeichen der Zusammengehörigkeit; während Jesus wie auf fast allen Bildern im weißen Gewand mit rotem Überwurf dargestellt ist und die Frau einen dunkelblauen Rock anhat, sonst die Farbe für Marias Mantel."

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© Dirk Rußmann

Der leidende Hiob

Das Fenster wurde von Siegfried Assmann gestaltet. Das Bild zeigt Hamburg im Flammenmeer, um an die Bombennächte von 1943 zu erinnern. Links ist die Versöhnungskirche zu sehen, rechts prägnante Hamburger Kirchtürme. Über den oberen Rand toben die Apokalyptischen Reiter und in der Mitte ist Hiob mit seinen Zuhörern dargestellt. 

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© Dirk Rußmann

Der erlöste Hiob

Das Fenster wurde von Siegfried Assmann gestaltet. Es zeigt den erlösten Hiob in einer paradiesisch anmutenden Umgebung, über seinem Kopf das Symbol des Lammes.

Zu der Zeit, als das Fenster entstand, lagen noch große Teile der Stadt in Trümmern. Es ist leicht vorstellbar, dass diese Aussicht auf Erlösung und Frieden der Gemeinde Trost und Hoffnung bedeutete.

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© Dirk Rußmann

Die Auferweckung des Jünglings zu Nain

Das Fenster wurde vom Beerdigungsunternehmer Clasen 1937 zum Gedenken an seinen Sohn gestiftet und von Christel Kuball nach Lukas 7,11-17 gestaltet. 

Das Bild zeigt Jesus im weißen Gewand mit rotem Überwurf als zentrales Bildelement, der die Hand in Richtung des Jünglings auf der Bahre hält. Dieser ist bereits von den Toten erwacht, was von den Umstehenden verwundert betrachtet wird. Rechts im Bild sieht man die knieende Mutter des Wiedererweckten, die sehnsüchtig ihre Arme nach ihm ausstreckt. 

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Wappenfenster

Neben den großen Buntglasfenstern befinden sich auch kleine Fenster mit Wappen der ersten Pastoren und Stiftern der Versöhnungskirche. Wenn Sie die Gelegenheit haben, sich diese Details in Ruhe anzusehen, können Sie es für eine kleine gedankliche Reise in die Vergangenheit nutzen, als diese Familien ihren Teil zum Bau und der Gestaltung unserer Kirche beigetragen haben. Auch hier finden wir lebendige Geschichte.

© Kristina Bösenberg-Hanisch
© Kristina Bösenberg-Hanisch