Nachruf auf Pastor Karl-Heinz Pfefferkorn


Vergangen nicht, 
Verwandelt ist,
Was war.“ 

Rainer Maria Rilke

 

Pastor Karl-Heinz Pfefferkorn ist am 30. Januar 2021 gestorben. Gern folge ich der Bitte, ihm einen Nachruf zu schreiben. 

Am 1.2.1985 trat er seinen Dienst in unserer Gemeinde an. Es begann eine wunderbare Zeit zwischen Pastor und Kirchenmusikerin, zwischen Theologie und Musik, ein Sich-Ergänzen von Arbeitsbereichen, wie ich es mir besser nicht hätte wünschen können. Dass wir zeitgleich in Flottbek anfingen, hat uns zusätzlich verbunden. Die Verkündigung des Evangeliums mit seinem Reichtum für den Einzelnen und für die Gemeinde war ihm ein Herzensanliegen. 

 Als Berufsanfängerin habe ich sehr von seiner Klarheit und seinem Schaffensdrang profitiert. Dies zeigte sich besonders in der Gestaltung der unzähligen gemeinsamen Gottesdienste, in denen sich das gesprochene Wort und die Musik so spürbar aufeinander bezogen.

 Als Kollegen habe ich ihn als zugewandt erlebt, mit Offenheit und Engagement für neue Formen. Besonders eindrücklich sind mir die Gestaltung der Osternacht und die Feierabendmahle in Erinnerung. Viele Gemeindegruppen fanden in seiner Dienstzeit ihren Anfang wie beispielsweise die Bibelstunde. Er war in unserer Gemeinde mit Menschen aller Generationen verbunden, von Konfirmandinnen und Konfirmanden bis zu den Senioren. Erwähnen möchte ich auch sein Engagement für das sogenannte „Aussiedlerdorf" am Hemmingstedter Weg, das er als selbstverständlichen Teil seines Auftrags empfand. 1998 wurde er mit einem großen Fest in den Ruhestand verabschiedet.

Pastor Pfefferkorn hat in vielen Trauerfeiern das Lied „Jerusalem, Du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in Dir“ singen lassen. So wie es damals trostreich für viele Menschen unserer Gemeinde war, ist dieses Lied nun für mich Trost - im festen Glauben, dass er seinen Weg mit Gott vollendet „in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl“ (aus EG 150).

Astrid Grille, 1. Februar 2021