Die ersten Frühblüher wagen sich 'aus der Deckung' und erfreuen uns durch leuchtende Farben. Kleine grüne Spitzen wagen sich aus dem Erdreich hervor. Die Natur zeigt uns, dass ganz allmählich der Frühling naht, wenngleich sehr vorsichtig. Es könnte ja noch einmal einen Kälteeinbruch geben, was selbst im April gar nicht so selten vorkommt.

 

Und im täglichen Leben keimt ebenfalls Hoffnung auf, weil die weitreichenden Beschränkungen durch die Pandemie ein wenig gelockert werden, und die Politik einen Stufenplan erarbeitet hat. Allerdings darf es keinen 'Kälteeinbruch' geben, sodass die Infektionszahlen erneut anstiegen und weitere Lockerungen verhinderten.

Deshalb werden wir von Kirche & Kultur auch in der kommenden Zeit nur kontaktlos mit den Lesern in Verbindung bleiben über diese Website und weiterhin kurze, mit Fotos angereicherte Aufsätze über interessant erscheinende Themen per E-Mail verschicken. Nach wie vor gilt, wenn Sie Interesse haben, können Sie Ihre E-mail Adresse im Kirchenbüro (04106-4212) hinterlassen. Von dort wird sie an mich weiter geleitet.

Trautel Schulte zu Berge im Namen des Teams Kirche&Kultur


          Die Tulpe

Josef Guggenmoos

Dunkel

war alles und Nacht.

In der Erde tief

die Zwiebel schlief, die braune.

Was ist das für ein Gemunkel, was ist das für ein Geraune, dachte die Zwiebel,

plötzlich erwacht.

Was singen die Vögel das droben und jauchzen und toben?

Von Neugier gepackt,

hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht und um sich geblickt

mit einem hübschen Tulpengesicht.

Da hat ihr der Frühling entgegen gelacht.


Foto: Reinhild Berger
über 6m hoch, aus Eiche, fest gebunden an einer kahlen Wand

 

ein Mensch

ein glatter Körper

ein gequältes Antlitz

die Arme nach oben gereckt

die Hände mit dicken Seilen umschlungen

fest verknotet

die großen Füße übereinander mit einem großen Loch

die Knöchel treten dick hervor

 

Eine Christusfigur!

 

wie in einen Schraubstock gespannt

angekettet, unverrückbar, unbeweglich

wie ein stummer Schrei

 

kein Christus am Kreuz

ein geschundener Christus

 

Diese Skulptur befindet sich im Kloster Drübeck am Rand des Nordharzes unweit von Werningerode. Sie begegnete mir auf der Studienfahrt von Kirche&Kultur 2015. Sie war auffällig, aber damals beeindruckten uns die Größe des Klosters, der Klosterkirche, die Gärten und dergleichen mehr.

 

Der Künstler Prof. Franz Gutmann, ein Bildhauer aus Münstertal im Schwarzwald, hat sie im Jahr 1988 geschaffen. Er bearbeitete Eiche. Die Plastik ist 6,50m hoch. Er nannte seine Figur unspektakulär <Großer Jesus II>.

 

Da im Internet ohne nähere Angaben nichts über diese Figur zu finden war, weder Text noch Foto, schrieb ich an die Klosterleitung und bat um Auskunft. Folgendes wurde mir mitgeteilt:

 

Die Skulptur ist anlässlich einer Kunstausstellung nach Drübeck gelangt und aufgrund ihrer Größe als Dauerleihgabe in der Klosterkirche verblieben, und wir freuen uns, dass sie uns dadurch erhalten geblieben ist. Prof. Dr. Irmgard Zepf, Todtnauberg zur Kunst von Prof. Franz Gutmann: „Die großen, raumgreifenden Skulpturen aus sorgfältig bearbeitetem Holz oder Metall laden zum meditativen Verweilen ein und korrespondieren in ihrer plastischen Fülle mit unserem haptischen Empfinden.Doch zugleich irritieren und beunruhigen diese, auf den ersten Blick einfach gebauten Werkstücke: zu stark sind sie mit Spannung aufgeladen, als dass sie gemütlich in Gebrauch genommen werden könnten.“

 

Mir kommen immer wieder neue Gedanken in den Sinn, je länger ich die Skulptur anschaue. Wie geht es Ihnen?

 

                               Kirche & Kultur

 

Schon ein Jahr!

 

Vor einem Jahr, am 13. März 2020, begannen die Einschränkungen wegen der Pandemie, hervorgerufen durch das sehr aggressive Coronavirus Covid 19. Seit dem 8. März 2021 wagt Schleswig-Holstein vorsichtige Lockerungen wie auch andere Bundesländer.

Niemand weiß im Voraus, ob sich neue Mutationen entwickeln und ausbreiten, wie schnell Tests und Impfungen wirken und somit die Zahl der Infektionen sinken werden.

Wir alle hoffen auf die, wenngleich langsame und kontrollierte Normalisierung unseres Alltags. Dennoch werden die Schutzmaßnahmen wie Abstand und Masken erst einmal bleiben.

In dieser Ungewissheit lassen sich Veranstaltungen nicht verantwortungsbewusst und vernünftig planen und organisieren. Deshalb werden wir weiterhin möglichst monatlich kleine Artikel verfassen und per E-Mail versenden, soweit die E-Mail-Adressen bekannt sind. Wenn auch Sie diese Artikel erhalten möchten, rufen Sie einfach im Kirchenbüro (04106-4212) an und teilen Ihre elektronische Adresse mit.

Sobald wir wieder starten, können Sie es in der Presse, in den Schaukästen, im Gemeindebrief oder auf unserer Website nachlesen.

Bleiben Sie gesund und Kirche & Kultur gewogen!

Im Namen des Teams verbleibe ich mit den herzlichsten Grüßen

Trautel Schulte zu Berge

8. 3. 2021