Einladung zum einem Pilgerweg allein oder zu zweit vor der Haustür

Der Stadtpark im Frühling (Foto: M. Santen)

Draußen unter freiem Himmel Gottesdienst feiern – das geht noch immer. In Corona-Zeiten nicht in großer Gemeinschaft, aber zu zweit mit dem Partner, der Partnerin oder in der Familie. Oder auch – das besonders im Moment!!! –  allein. Und das Schöne daran: Der Hund darf auch mit dabei sein.

Sich einfinden

Sucht euch/ suche dir für den Beginn einen guten und ruhigen Ort, unter einen Baum, an einem Bachlauf, auf einem Stück Grün. Verständigt euch/ bedenke es für dich welchen Weg ihr nehmen wollt, damit euch diese Frage nicht später beschäftigen muss. Werdet miteinander still und stimmt euch ein auf euren gemeinsamen Weg. Wenn ihr mögt, schließt für einen Augenblick die Augen. Nehmt die Erde wahr, die unter euren Füßen ist. Nehmt die Geräusche wahr, die da sind. Lauscht der „Musik zum Anfang“, dem Gesang der Vögel, dem Plätschern des Wassers.

Einer /eine spricht ein Gebet:

Gott, Schöpfer* in der Welt,

öffne unsere Augen, um deine Gegenwart zu sehen,

unsere Seelen, um deine Gegenwart zu fühlen,

unsere Herzen, um deine Gegenwart zu lieben,

hier in deiner Schöpfung

und einst in deiner Ewigkeit.

Amen.

 

Sich verbinden

Mache dich/Macht euch nun gemeinsam auf den Weg. Teilt im Gehen miteinander, wie ihr heute an diesem Tag unterwegs seid. Einer spricht und eine hört zu, fragt vielleicht nach, kommentiert aber nicht. Wenn du allein unterwegs bist, hör dir selbst gut zu – das tun wir viel zu selten. Wenn ausgesprochen ist, was gesagt werden soll, schenkt einander oder euch selbst diesen kleinen großen Zuspruch: „Mit und in allem was ist: Gott schaut dich (mich) liebevoll an.“

 

Ein fremder Gast auf dem Weg

Lest miteinander einen Bibeltext, z.B. den Predigttext des Sonntags Laetare  (22. März 2020):

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. Denn so spricht GOTT: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. (Jesaja 66,10-14)

Nehmt im Gehen die Predigt der Schöpfung wahr – gern im Austausch miteinander. Der Text erzählt von Fülle und vom mütterlichen Trost Gottes. Bilder der Fürsorge und des Überflusses prägen die Worte Jesajas. Macht euch/Mache dich auf die Suche nach Spuren dieser Fülle auf eurem Weg. Entdeckt gemeinsam im achtsamen Wahrnehmen die Spuren der Fürsorge Gottes in der Schöpfung: Neben noch kahlen Bäumen werdet ihr vielleicht Bäume und  Büsche entdecken, die schon in voller Blüte stehen. Zwischen vertrocknetem Gras vom Vorjahr wachsen frische, grüne Halme. Wenn ihr im Wald unterwegs seid, haltet Ausschau nach Buschwindröschen und anderen Frühblühern. Nehmt die Gerüche wahr – berührt behutsam tastend die vollen Knospen der Bäume. Legt euer Ohr an die Rinde eines glatten Baumstammes (z.B. Buche) – wenn es ganz still ist, könnt ihr jetzt im März (und nur im März) das Rauschen seiner Lebenssäfte hören. Vielleicht ist die Luft noch so kühl, dass ihr mit Mütze und Schal unterwegs seid – doch wenn die Sonne scheint, dann haltet eure Gesichter für ein paar Augenblicke in die wärmenden Strahlen und spürt den Unterschied.

 

Antwort geben

Tauscht euch aus oder denke für dich selbst nach, was ihr von euren Entdeckungen mit in euren Alltag nehmen möchtet/Gehe in dich: Was stärkt und tröstet mich? Erwächst daraus ein konkretes Vorhaben für die nächste Woche? Wenn ihr mögt/wenn du magst oder mit Kindern unterwegs seid, gestaltet vielleicht gemeinsam ein Mandala – aus Naturmaterialien, die ihr auf eurem Weg gefunden habt. Wenn ihr euch niederbeugt, vielleicht sogar hinkniet, um euer Mandala zu gestalten, kommt ihr der Erde näher als sonst, nehmt noch einmal besonders Verbindung auf zum Heiligen in allem, das wächst, neigt euer Haupt vor dem Geheimnis des Lebens, dem Tröster der Welt. Bevor ihr euren Weg beendet, könnt ihr Gott um Trost für die Menschen in dieser verunsicherten Welt bitten. Wenn ihr mögt, nennt dabei konkrete Namen von Menschen, an die ihr besonders denkt:

 

Wohin wir uns auch wenden, mütterlicher Gott,

erblicken wir dein Angesicht,

finden Spuren deiner Sorge für diese Welt.

Wir bitten dich:

Tröste wie eine Mutter alle, die sich in diesen Tagen um einen kranken Menschen sorgen….

Tröste alle, die sich in diesen Tagen einsam und allein fühlen…

Tröste alle, die sich in diesen Tagen um ihre materielle Sicherheit sorgen….

Lass uns stark sein mit einander und für einander,

achtsam und besonnen,

verbunden mit dir und allem, was lebt.

Amen.

Wenn ihr es im Herzen habt, sprecht miteinander das Vater Unser.

 

Segen erbitten   

Bittet Gott um seinen Segen für den Weg und die Zeit, die vor euch liegt.

Segne uns, Gott, die Erde unter unseren Füßen,

segne uns, Gott, den Weg, auf dem wir gehen,

segne uns, Gott, das, was wir so sehr wünschen.

segne uns und unsere Rast.

Segne uns, worauf sich unser Glaube richtet.

Segne uns, worauf sich unsere Liebe richtet.

Segne uns, worauf sich unsere Hoffnung richtet.

Gott des Lebens, segne uns den Blick unserer Augen und Herzen.

Amen


Die Kirchen um den Stadtpark:
Rauswege Pilgern im Stadtpark

Das Jahr 2014 mit dem Stadtpark-Jubiläum war etwas Besonderes.
Wir blickten zurück.
1914 wurde er feierlich eröffnet. Immer mehr Menschen waren nach Barmbek und Winterhude gezogen. Oberbaudirektor Fritz Schumacher, der später auch die Jarrestadt plante, schuf zusammen mit Otto Linne, Deutschlands großem Gartenarchitekten, den Stadtpark - ein "Freiluft-Volkshaus", ein Garten "nicht nur zum Durchwandern, sondern zum Inbesitznehmen" - mit Wald, Festwiese und See, Cafes, stillen Plätzen und Sportflächen.
Bis heute ist der Stadtpark für uns so ein Garten, der das Leben prägt. Die ersten Weidenkätzchen und Krokusse, der Kaffee in der Frühlingssonne, Sommertage im Schwimmbad, Drachen im Herbst, Rodeln und Schlittschuhlaufen, unendlich viele Nachmittage auf dem Kinderspielplatz, Konzerte, Kirchentag - das Leben läuft durch die Jahreszeiten und wir durch den Stadtpark.

Als besonders Geschenk zu Jubiläum hatten die Kirchen rund um den Stadtpark einen "Pilgerpfad" gestaltet, der zu im Pilgerwegweiser "Rauswege" beschriebenen Plätzen führt. Viele Menschen haben das Angebot begleiteter Führungen angenommen und Erfahrungen auf diesem besonderen Weg gemacht.

 

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