Zeichen gegen Einsamkeit Hoffnungsbriefe für ältere Menschen in Hamburg

Lea Krause-Solberg überbringt die Hoffnungsbriefe

Mit der Aktion „Hoffnungsbriefe“ setzt die Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit ein Zeichen gegen Einsamkeit. Sie rief Ende März dazu auf, „Hoffnungsbriefe“ für ältere Menschen zu schreiben, die zurzeit keinen Besuch mehr empfangen dürfen. Über 2.800 Briefe, Postkarten und Bilder sind inzwischen schon eingegangen.

Projektkoordinatorin Lea Krause-Solberg ist begeistert über die Resonanz auf die Aktion. Selbst gemalte Bilder, einfühlsame Briefe, originell gestaltete Postkarten – alles ist dabei. Den Handschriften auf den Umschlägen nach zu urteilen beteiligen sich Menschen aller Altersgruppen daran. „Wir bekommen Zuschriften aus ganz Deutschland“, sagt Krause-Solberg. „Gestern hatte ich sogar einen Brief aus Schottland in der Post.“

Besondere Verbindung

Eine nur noch selten gepflegte Form der Kommunikation – Briefe schreiben – lebt durch die Aktion wieder auf. „Zwei Menschen, die sich nicht kennen, nehmen in dieser besonderen Situation Kontakt zueinander auf“, sagt Krause-Solberg. „Das finde ich sehr hoffnungsvoll und schön!“ Einmal pro Woche beliefert das Aktionsteam die 23 teilnehmenden Alten- und Pflegeheime der Diakonie in Hamburg mit der Überraschungspost.

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Über 2.800 Hoffnungsbriefe sind bereits eingetroffen

Laut Organisatoren ist die Brief-Aktion in den verschiedenen Einrichtungen – sowohl bei den Mitarbeitenden wie auch den Bewohner*innen – durchwegs gut angekommen. „Unsere Senioren haben sich mit Dankbarkeit und großen Interesse zahlreiche Briefe vorlesen lassen oder selber gelesen“, sagt Barbara Wrobel-Jahn, Leiterin Betreuung in Gast und Krankenhaus, einer diakonischen Pflegeeinrichtung in Hamburg-Poppenbüttel. Einige möchten auch gern gemeinsam mit den Betreuungskräften zurückschreiben.

Es geht weiter

An der Aktion „Hoffnungsbriefe“ kann man sich weiterhin beteiligen. „Wir machen auf alle Fälle so lange weiter bis der Besuchsstopp in den Senioren- und Pflegeheimen aufgehoben wird!“, sagt Krause-Solberg. Und möglicherweise wird die Aktion in einer anderen Form auch nach Aufhebung der Kontaktsperre noch weitergeführt – als positives Zeichen der Generationenverbindung und weil es einfach Freude macht, Briefe zu bekommen.