Hohe Feiertage Weihnachten und Ostern – (k)ein Vergleich


Am Karfreitag starb Jesus am Kreuz, an Ostern feiern wir seine Wiederauferstehung von den Toten. Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu wird Gottes Versprechen an die Menschen eingelöst. Trotzdem rangieren Karfreitag und Ostern in der breiten Öffentlichkeit in der Wahrnehmung eher nach Weihnachten. Das Fest Ende Dezember wird „größer“ gefeiert. Warum ist das so?

„Karfreitag und Ostern handeln vom Sterben und auch vom Leid Jesu. Das sind keine einfachen Themen. Der Tod ist in unserer Gesellschaft etwas, was wir gerne an den Rand drängen. Eine Geburt, wie an Weihnachten, ist etwas Schönes, wir haben leichter Zugang dazu“, erklärt Thomas Drope, Propst im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. 

„Trotzdem bleiben Tod und Auferstehung die zentralen Elemente unseres Glaubens. Und deshalb ist es wichtig, dass wir in der Kirche dieses Thema wach halten. Wir sehen ja gerade jetzt am Beispiel des Feuers in Notre-Dame, wie etwas vor allen Augen zu Asche wird, von dem man dachte, dass es ewig da ist. So ein Verlust berührt die Menschen, auch wenn es nicht leicht ist, mit der Vergänglichkeit umzugehen.“

 

Keine Konkurrenz der Feiertage

Im Grunde sieht Propst Drope aber keinen Wettbewerb der Feiertage, keine Konkurrenz. Weihnachten und Ostern gehören direkt zusammen. „Weihnachten feiern wir, das Gott Mensch geworden ist. Gott wird als Mensch geboren, aber zum Leben gehört eben auch das Sterben. Man sagt: das Holz der Krippe ist auch das Holz, ausder das Kreuz gemacht wird, an dem Jesus stirbt. Es gehört beides zusammen für uns Menschen: Geburt und eben auch Tod. Weihnachten und Ostern.“