Wir bringen die Stadt an die Kirche

Ein neues Quartier für Altona-Altstadt

Visualisierung: KNBK Architekten

Das „Trinitatis-Quartier“ ist eine soziale Stadtentwicklung im Bezirk Altona der Freien und Hansestadt Hamburg. Neben der Hauptkirche St. Trinitatis am Altonaer Fischmarkt entsteht ein Quartier mit Sozialwohnungen, weiteren Wohnungen für ehemalige Obdachlose, einer Kindertagesstätte, einem Café und einer Pilger-herberge. In diesem Zuge wird das stark sanierungsbedürftige Gemeindehaus mit Pastorat durch einen Neubau ersetzt. Neben der Stärkung des Baudenkmals Hauptkirche St. Trinitatis und der umgebenden denkmalgeschützten Freiflächen durch die architektonische Qualität des Neubaus sollen die hier vorgesehenen Funktionen dazu beitragen, das Kirchenareal und den angrenzenden Grünzug zu beleben und die funktionale Bedeutung des Kirchenstandorts insgesamt zu erhöhen und zu qualifizieren.


Quelle: Freianlagenplan Landschafts.Architektur Hammer

Alleinstellungsmerkmal

Das „Gebäudeensemble im Grünen“ macht mit unterschiedlichen kirchlichen und sozial-diakonischen Nutzungen deutlich, was kirchliches Handeln heute beinhaltet. Jedes der fünf Gebäude besitzt eine eigene Identität. Die Dimensionen der einzelnen Baukörper beziehen sich überzeugend auf die Dominanz der Kirche, so dass sie ein Ensemble mit mehreren Plätzen bilden, die als ein kleines Quartier im Grünzug zu einem lebendigen Ort erlebbar werden. Durch das Miteinander von unterschiedlichen sozialen Gruppen entsteht zugleich ein inklusiver Lern- und Begegnungsort.

Die Hauptkirche St. Trinitatis ist eines der wenigen Gebäude, die aus dem historischen Stadtzentrum Altonas noch erhalten sind. Die Hauptkirche St. Trinitatis prägt als Landmarke den Ort, an dem sich einmal das Zentrum Altonas befand. Die Kirche stand, wie auf historischen Fotos zu sehen ist, vor dem Krieg inmitten eng bebauter Straßen, deren Gebäude während des Kriegs zerstört wurden. Nach dem Krieg wurde Neu-Altona entsprechend den damals modernen Maximen der Stadtplanung mit aufgelockerten und gegliederten Strukturen überplant und die Kirche zur Königstraße weitgehend freige-stellt. Mit dem „Trinitatis-Quartier“ kehrt ein Teil des Stadtlebens an die Kirche zurück.


Bedarf und Lösungen

Das „Trinitatis-Quartier“ ist ein Bestandteil der kirchlichen Gemeinwesenarbeit im Sozialraum rund um den Altonaer Fischmarkt. Das Projekt nimmt in den einzelnen Baukörpern verschiedene gesellschaftliche Bedarfe auf und verbindet Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu einem sozialen Lernraum:

  1. Die Sozialwohnungen leisten einen Beitrag zur Überwindung des großen Mangels an kostengünstigem Wohnraum in Hamburg.
  2. Für die durch das wachsende Problem von Wohnungslosigkeit bzw. prekären Lebensverhältnissen am meisten von Armut betroffenen Personen bieten die geförderten Kompaktwohnungen und die Wohngemeinschaft für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen einen geschützten Lebensraum.
  3. Dies wird ergänzt durch eine soziale Beratungsstelle für wohnungslose Personen und weitere kirchennahe und/oder soziale Dienstleistungen, die Menschen Hilfestellungen zur Wiedererlangung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geben.
  4. Zur Linderung des nach wie vor bestehenden Bedarfs an Betreuungsplätzen wird außerdem eine Kindertagesstätte eingerichtet.
  5. Es gibt im Stadtteil Altona einen Bedarf an niedrigschwelligen Treffpunkten und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Deshalb wird ein Café / Bistro betrieben, die zugleich betreute Beschäftigungsverhältnisse und weitere Hilfen anbietet.
  6. Für den überregional wachsenden Bedarf für Pilgerfahrten mit entsprechenden Übernachtungsmöglichkeiten wird eine Pilgerherberge geschaffen, die durch die Mitarbeiter*innen Begegnungsstätte betreut wird. Die Pilgerherberge schafft zugleich Übernachtungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen im Rahmen des europäischen Freiwilligendienstes oder entsprechender Praktika.
  7.  Das bisherige Gemeindehaus der Kirchengemeinde ist stark sanierungsbedürftig und wird durch einen Neubau mit Pastorat ersetzt, der zugleich zusätzliche Räume für religiöse, kulturelle und soziale Begegnungen und Veranstaltungen und für den zivilgesellschaftlichen Dialog bietet.
  8. Der Kapitän-Schröder-Park und der in den 1950er Jahren entstandene Grünzug Neu-Altona werden erhalten und von der Freien und Hansestadt Hamburg zu einem öffentlichen Erholungsangebot und Begegnungsraum in der Natur weiterentwickelt. Die Gestaltung der Außenflächen des Quartiers nimmt durch die Berücksichtigung öffentlicher Durchwegungen hierauf Rücksicht und verbindet so den im Osten verlaufenden Grünzug mit dem Quartier.

Wirkung

Visualisierung: KNBK Architekten

Die Insellage der Kirche, die nach den Zerstörungen in Altona im 2. Weltkrieg entstanden war, hat zu einem gewissen Ab-stand des Zentrums der Gemeinde mit Gemeindehaus und Kirche zu den umliegenden Quartieren geführt. Das neu entstehende Ensemble nördlich der Kirche vermittelt den gesamten Ort städtebaulich in das Umfeld, da die offenen Durchwegungen und Plätze Einladungen zur Passage und zum Verweilen aussprechen. Die geplanten Nutzungen werden Menschen, an die sich die Kirchengemeinde traditionell gewiesen weiß, näher an den Ort heranführen und die kirchliche Arbeit näher an diese. Die Kirchengemeinde sieht in bei-den Bewegungsrichtungen eine Bereicherung. Zum einen wird sie wieder stärker mit dem Leben im Umfeld räumlich verbunden sein, zum anderen werden Menschen aus dem Umfeld die Gemeinde deutlicher wahrnehmen und sich über das Kirchengebäude hinaus mit ihr identifizieren können.


Die Bebauung des nördlichen Areals zwischen Kirche und Königstraße bildet ein Scharnier zwischen Altona und St. Pauli entlang der Sichtachse Königstraße. Zeitlich parallel wird die denkmalgeschützte Hauptkirche St. Trinitatis saniert. Ziel ist es, ein vielfältiges Nutzungsensemble aus kirchlichen und sozial-diakonischen Nutzungen in direkter Nachbarschaft zur Hauptkirche St. Trinitatis zu schaffen. In diesem Ensemble wird die Kirche weiterhin als identitätsstiftendes Wahrzeichen wirken und kirchliche Präsenz anzeigen.


Nachhaltigkeit

Das „Trinitatis-Quartier“ dient in seinen unterschiedlichen Lösungsansätzen vor allem folgenden Zielen der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung:


Foto: Modellfoto aus dem Wettbewerb

2021       Vorbereitende Bau- und historische Bodenuntersuchungen

2022-23  Bau des „Trinitatis-Quartiers“ auf dem Areal nördlich der Kirche

Kontakt

Bauherr

Kris Heitmann
Geschäftsführer

Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein
bauwerk KIRCHLICHE IMMOBILIEN
Max-Zelck-Straße 1
22459 Hamburg

Tel.  (040) 55 82 20-446
Mail: kris.heitmann@kirchenkreis-hhsh.de

 

Projektdurchführung

Christoph Nagel
Dipl.Ing. Architekt

Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein
bauwerk KIRCHLICHE IMMOBILIEN
Max-Zelck-Straße 1
22459 Hamburg

Tel.  (040) 55 82 20-437
Mail: christoph.nagel@kirchenkreis-hhsh.de

 

Fördermittel / Fundraising

Gunnar Urbach
Fundraising-Manager und Fördermittel-Manager

Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein
Stabsstelle Fundraising
Ochsenzoller Straße 117
22848 Norderstedt

Tel.  0172 - 6 51 51 11
Tel.  (040) 5 25 41 35
Mail: gunnar.urbach (at) kirchenkreis-hhsh.de

Web: https://fundraising.kirche-hamburg.de