Informationen der Kirchengemeinde St. Thomas und zum Stadtteil Rothenburgsort

Kirchengemeinderat

Der Kirchengemeinderat gestaltet und verantwortet die Tätigkeiten in der Gemeinde. Dazu gehört der Gottesdienst und der Unterricht, die Pflege der Gebäude und der ordnungsgemäße Umgang mit den anvertrauten Geldmitteln. Darüber wird in den Gemeindeversammlungen informiert, aber auch jedes Mitglied des Kirchengemeinderates gibt dazu Auskunft. Der Kirchengemeinderat in St. Thomas besteht zur Zeit aus 5 Mitgliedern und trifft sich einmal im Monat, meistens am ersten Dienstag um 19 Uhr. Die Sitzungen sind nicht öffentlich. Mitglieder des Kirchengemeinderates: Siegbert Biedenweg, Pastorin Cornelia Blum, Wolfgang Eltermann, Ewald Heil, Hermann Lübker, Holger Schmidt und Christiane Tilge (1. Vorsitzende).

Die Kirche und die Kirchengemeinde

Die Kirche St. Thomas in Rothenburgsort ist eine Tochter der St. Nicolai-Kirche im Nachbarort Moorfleet. Grundsteinlegung war am 27. Mai 1883, Kirchweihe am 8. März 1885. Erst 1897 löst sich St. Thomas als selbständige Gemeinde von St. Nicolai. Am 25. Februar 1900 wird das Gemeindehaus eingeweiht, das die Gemeinde heute an Die RothenBurg vermietet. Am 27./28. Juli 1943 wird die Kirche im Feuersturm nahezu vollständig zerstört. 

Der erste reguläre Gottesdienst danach findet am 1. Advent 1945 in einer Notbaracke im Trauns Park statt. Ab November 1952 wird der Gottesdienst in den neu errichteten Konfirmandnnensaal im Vierländer Damm verlegt. Ab 1952 wird der Neubau der Kirche beschlossen, Otto Kindt erhält den Auftrag. Am 15. September 1955 war Baubeginn, im Oktober 1955 Grundsteinlegung, am 25. November 1956 Richtfest und am 7. April 1957 Kirchweihe der neuen St. Thomas-Kirche, jetzt ein achteckiger Monumentalbau mit kleinen Fenstern, der den sakralen Raum vor dem Lärm der Straße schützt. Vor einigen Jahren

hat die Gemeinde sich aus finanziellen Gründen von ihren ehemaligen Gemeinderäumen getrennt und sichert sich regelmäßige Einnahmen durch Vermietung an Die RothenBurg und gemeindeeigene Wohnungen. Das Pastorat in der Lindleystraße wurde umgebaut, im Untergeschoss Gemeinderäume eingerichtet, das Kirchenbüro ist in den Turm gezogen. Die Pfarrwohnung beschränkt sich auf das obere Stockwerk im ehemaligen Pastorat. 

 

1959 wurden die neuen fünf! Glocken eingeweiht, am 17. Mai 1967 die neue Orgel. Mit Weggang des langjährig hier tätigen Pastors Ulf Priemer wurde 2006 die 100%-Pfarrstelle auf 50% gekürzt und mit einer Pastorin zur Anstellung besetzt. Nach ihrem Weggang 2009 blieb die Pfarrstelle bis zum Februar 2013 vakant, das Vertretungspfarramt des Kirchenkreises Hamburg-Ost gewährleistete die Aufrechterhaltung der pastoralen Arbeit bis zur Wiederbesetzung der Stelle mit Pastorin Cornelia Blum am 1. März 2013. 

Dieser Wiederbesetzung war eine wichtige Entscheidung vorausgegangen: Die Pfarrstelle wurde auf 100%

aufgestockt, um in der Region einen pastoralen Schwerpunkt in Rothenburgsort zu ermöglichen. Gleichzeitig ging diese Aufstockung zu Lasten der Kirchengemeinde Veddel, die nach Weggang ihres derzeitigen Pastors im Herbst 2014 auf ihre Pfarrstelle verzichtet zugunsten der Neuerrichtung einer 100% Stelle durch eine Diakonin, um dort einen diakonischen Schwerpunkt kirchlicher Arbeit zu ermöglichen. Die Besetzung der Stelle erfolgte Anfang 2014. Durch die Pfarrstelle in Rothenburgsort ist die pastorale Mitversorgung der Veddel ewährleistet.

Aufgabe in St. Thomas ist es, die Gemeinde und den Stadtteil, die lange im „Dornröschenschlaf“ lagen, aufzuwecken und Kirche als unverzichtbare Institution im Stadtteil sicht- und hörbar zu machen. Ein „Weckruf“ erfolgt seit August 2013 jeden Freitag um 18 Uhr, wenn Hermann Luebker ehrenamtlich mit seiner Posaune 15 min lang Choräle vom Turm bläst.

Hamburg-Rothenburgsort, den 10. September 2014.

Autorin: Pastorin Cornelia Blum


Der Stadtteil Rothenburgsort

Der Stadtteil Rothenburgsort hat erst seit 1952 die offizielle Bezeichnung Rothenburgsort. Bis dahin hieß er Billwerder Ausschlag.
Rothenburgsort leitet sich vom Namen der Kaufmanns und Senatorenfamilie Rodenborg her, aus der ein Hamburger Bürgermeister hervorging. Die Familie Rodenborg hatte auf dem Gelände des heutigen Trauns Park ihren Landsitz. Von 1846 an erfolgte über Rothenburgsort die Trinkwasserversorgung für die Stadt Hamburg – über Wasserleitungen, die unter dem heutigen Billhorner Röhrendamm verliefen.

Der britische Ingenieur William Lindley, nach dem die Straße benannt ist, auf dem das Pastorat und heutige Gemeindehaus von St. Thomas steht, trug maßgeblich zur Modernisierung derWasserversorgung in Hamburg und anderen europäischen Städten bei. Heute ist Hamburg Wasser nach wie vor in Rothenburgsort ansässig. Vom Sommerwohnsitz reicher Hamburger Familien entwickelte sich Rothenburgsort zum dicht besiedelten Stadtteil mit Straßenbahn, einerattraktiven Einkaufsmeile, drei Kinos und einem Freibad auf der Elbinsel Kaltehofe. Vor dem Krieg

lebten etwa 46.000 Menschen in Rothenburgsort, heute leben hier etwa 8000, davon ca. 50% Menschen mit Migrationshintergrund. Rothenburgsort ist bis heute, 70 Jahre nach dem verheerenden Feuersturm, noch immer gezeichnet von den Folgen totaler Zerstörung. Viele Bunker stehen noch im Stadtteil, ein vom Künstler Volker Lang errichtetes Mahnmal am Carl-Stamm-Park erinnert an die ehemaligen Terrassenhäuser, aus denen Rothenburgsort hauptsächlich bestand. Das ehemalige Kinderkrankenhaus in der

Marckmannstraße sowie die Gedenkstätte Bullenhuser Damm sind bis heute bedrückende Mahnmale, die an die brutale Tötung von Kindern durch die Nazis erinnern. Nicht zuletzt die sehr schleppend anlaufende Stadtentwicklung Rothenburgsorts, das nach dem Krieg nicht wieder als Wohnraum erschlossen werden sollte, ist verantwortlich dafür, dass sein Ruf bis heute – zu Unrecht! – eher schlecht ist. Rothenburgsort ist ein Stadtteil mit vielen verborgenen Schätzen, zu denen auch seine bodenständige Bevölkerung gehört. Viel ehrenamtliches Engagement ist in die Errichtung 

des Stadtteilzentrums Die RothenBurg investiert worden, das in die ehemaligen Räume der Kirchengemeinde St. Thomas eingezogen ist und inzwischen seit 5 Jahren besteht. Es gibt die Stadtteilinitiative „Der wilde Osten“, die u.a. einmal jährlich den Elbe-Badetag am Entenwerder Haken organisiert. Ein besondere Attraktion!

Von dort aus ist es ein Katzensprung in die Vier und Marschlande, außerdem ist es eine beliebte Fahrrad und SkaterInnen-Strecke. Hunderte von Deichschafen, die den Deich erhalten und abschnittsweise abgrasen, sind auf dieser Strecke eine besondere Freude. Mitten auf Kaltehofe ist ein Natur und Vogelschutzgebiet rund um die ehemaligen Wasserbecken des Hygieneinstituts (heute noch in Rothenburgsort ansässig) entstanden. Dort liegt auch das Wasserkunst Museum und Café, die ehemaligen Schieberhäuschen sind begehbar und eine Augenweide in

der Verbindung von Industrie(denkmälern) und Naturlandschaft. Es gibt nichts Schöneres, als bei gutem Wetter auf der Café-Terasse zu sitzen und den Blick über die Wasserbecken schweifen zu lassen, im Hintergrund das Heizkraftwerk!